„Beste Werbung für Handball unserer Region“
- Chris Martin

- vor 2 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Nachlese zum 42:33 des VfS in Arnsberg / „Warstein trotz Jugend sehr gut eingespielt, abgezockt“

Warstein – Wenn sich in der Arnsberger Rundturnhalle gut hundert mitgereiste Fans aus Warstein erheben, ihren Handball-Helden zujubeln und mit strahlenden Gesichtern die Heimreise antreten, dann steht fest: Der VfS triumphiert erneut beim Erzrivalen. Und das mit einem überragenden 42:33-Erfolg, dem fast identischen Ergebnis wie im Hinspiel(41:33). Joker Jannis Luca feierte Tor Nummer 42 mit einem Urschrei Richtung Tribüne.
Vorne wirbelten Joel Krischer und der mit fast einhundertprozentiger Chancenverwertung auftrumpfende Halbrechte Philip Schröder, nahmen die zweikampfschwache TVA-Deckung auseinander. Auf Linksaußen lief Florian Hoeck zur Höchstform auf, düpierte Arnsberger Keeper Lukas Wennnann oder Johannes Drees mehrfach. Es spricht für sich, dass Hoeck am Ende doppelte so viele Tore verbuchte als Arnsbergs Konterspezialist Felix Stratenschulte, den abwechselnd Julius Rüther oder Simon Kraus aufmerksam bewachten. Wenn er doch zum Abschluss kam, stand ihm mehrfach Torhüter-Youngster Hannes Stollberg entgegen. Seine neun Glanzparaden in Durchgang eins waren der entscheidende Faktor für die wegweisende 21:16-Pausenführung. Auch war die Warsteiner Fähigkeit, sich in Unterzahl extrem zu konzentrieren, ein weiterer wesentlicher Unterschied.

Hannes Stollberg, überragender Torwart des VfS: „Es hat von A bis Z alles geklappt, weil wir uns auf unsere Sachen konzentriert haben. Heute sind wir einfach nur glücklich und stolz. Für mich persönlich war es ein guter Tag. Ich war gut drin in der Partie. Wir haben auswärts noch einige schwere Aufgaben vor der Brust, in denen wir uns beweisen müssen.“

Florian Hoeck, mit acht Treffern zweitbester Torschütze und Kapitän des VfS Warstein: „Es war körperlich unfassbar anstrengend heute. Auch für den Kopf war das eine richtige Belastung. Wir haben die Energie gut genutzt. Alle standen unter Strom. Wir wussten, was auf uns zukommt – gerade mit Blick auf das Arnsberger Tempospiel. Hannes Stollberg – Wahnsinn! Man kennt uns auswärts. Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen! Es kommen aber noch schwere Spiele.“
Philip Schröder, ging aufgrund einer Erkältung leicht angeschlagen in die Partie, warf dann aber dennoch zehn Tore für Warstein: „Es braut sich gesundheitlich bei mir was zusammen. Meistens ist es nicht nötig, dass ich so lange auf der Platte stehe, weil wir einen super breiten Kader haben. Ich denke, dass wir als Mannschaft weiter sind als die Arnsberger. Wenn wir unser Spiel aufs Parkett legen, ist es schwer, uns zu stoppen. Man kann auch mal zuhause stolpern. Wir haben uns auch gegen Neheim schwergetan, was in der Form keiner erwartet hätte. Feiern ist aktuell einfach noch nicht drin.“
Joel Krischer, fügte sich mit zwei Toren in der Anfangsphase gut ein, haderte dann aber auch ein ums andere Mal mit sich selbst: „Arnsberg war heute schon etwas mehr unter Zugzwang. Die fünf Punkte sind jetzt schon ein kleiner Puffer. Wir sind super ins Spiel gekommen, ehe ein kleiner Einbruch kam. Zu mir persönlich: Es geht halt nicht immer alles rein. Im Endeffekt bin ich zufrieden mit unserem Spiel. Wir waren auf das Arnsberger Tempospiel heute besser vorbereitet als im Hinspiel. Es war unser Ziel, die erste und zweite Welle der Arnsberger zu unterbrechen. Das ist heute voll aufgegangen. Wir haben noch mindestens zwei knackige Auswärtsaufgaben vor der Brust.“

Alex Blanke, Kapitän und Spielmacher des TVA, der seine Laufbahn beenden wird: „Wir haben uns nach dem schlechten Start zwar gefangen und ausgeglichen, aber dann wieder den Faden verloren. Wir haben die linke Angriffsseite der Warsteiner nicht in den Griff bekommen und auch das Torhüterduell verloren. Es war trotzdem in Match, das viel Spaß gemacht hat, auch weil das Verhältnis der Spieler untereinander deutlich besser geworden ist als zu früheren Zeiten.“
David Capisto, Joker für die verletzten Jannis Toiemann und Phil Klömich beim TVA: „Uns ist das Torewerfen deutlich schwerer gefallen. Warstein hat sich mit seiner individuellen Klasse häufig scheinbar mühelos durchgesetzt. Wir haben einfach zu viel verballert und sind nach dem Seitenwechsel nie mehr auf Tuchfühlung herangekommen, weil plötzlich nur noch wir Zeitstrafen kassiert haben.“
Nils Schopper, mit sechs Treffern bester TVA-Schütze: „Das Match war ein Spiegelbild des Hinspiels. Warstein ist trotz seiner Jugend schon sehr gut eingespielt und abgezockter, die Abschlussquote war deutlich höher als bei uns. Wir haben den jungen VfS-Keeper warm geschossen und defensiv zu viele Zweikämpfe verloren. Trotzdem war es wieder ein geiles Spiel vor toller Kulisse.“
Ingo Willeke, Co-Trainer des TVA: „Grundsätzlich war das Spiel beste Werbung für den Handball in unserer Region, den Fans wurde allerhand geboten. Wir haben zwar nie aufgesteckt und das Tempo immer hoch gehalten, aber Warstein hatte die höhere Durchschlagskraft. Wir haben in beiden Spielen 85 Gegentore kassiert, das sagt schon alles. In puncto Kompaktheit in der Abwehr müssen wir deutlich zulegen.“

Soester Anzeiger, 10.02.2026, Text: Bernd Grossmann, Fotos: Thorsten Heinke
Weitere Impressionen vom Derby
Hier geht es zur Fotostrecke des Soester Anzeiger zum Derby (auf das Bild klicken):
























Kommentare