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Mit Karacho in den Sand gesetzt


Warstein – Leere Gesichter auf dem Parkett, betretenes Schweigen im Fanblock: Die Handballmänner des VfS 59 Warstein haben ihr „Endspiel“ um den Klassenerhalt mit Karacho in den Sand gesetzt. Sie haben es zwei Spiele vor Saisonende am Mittwoch daheim gegen Hohenlimburg und am Samstag bei Hagen III nicht mehr selbst in der Hand, zumindest auf Rang acht zu klettern und sich in die Relegation zu retten. Sollten sich Olpe und Riemke im direkten Duell mit einem Unentschieden trennen, kann der VfS, weil er die direkten Vergleiche mit den jetzt drei Punkte besser gestellten Konkurrenten verloren hat, nicht mehr vorbeiziehen.


Landesliga: STV Bochum-Riemke – VfS 59 Warstein 27:15 (15:9).

Alle guten Vorsätze, die Auswärtsschwäche in Hallen mit Harz (es gab nur einen einzigen Saisonpunkt in Lössel) zu beenden, waren schon nach wenigen Minuten Makulatur. Die Bochumer starteten temporeich und selbstbewusst, nutzten die ersten Fehlwürfe der Gäste gnadenlos aus und hatten schon viermal eingenetzt, ehe dem VfS durch Lars Schmidt das erste Erfolgserlebnis gelang – nach sechseinhalb Minuten Spielzeit.

Der Warsteiner Halblinke war es auch, der mit einem Doppelschlag zum 6:4 (13.) kurzzeitig die Hoffnung aufkeimen ließ, der amtierende Vizemeister habe sich gefangen und käme nun besser mit Ball und Gegner zurecht.

Die Bochumer schalteten aber sofort wieder einen Gang hoch. Fast spielerisch leicht schafften sie es, sich in gute Wurfpositionen zu bringen. Verblüffenderweise waren es ihre Abschlüsse übers Zentrum, die hinter dem machtlosen VfS-Keeper Niklas Schmidt einschlugen. Die Deckungsarbeit der Gäste, die sechs Treffer in Serie kassierten, war deutlich verbesserungswürdig, wurde im negativen Sinne aber noch übertroffen von der Harmlosigkeit des Angriffs.

Magere zwei Tore brachte der VfS in Teil zwei der ersten Hälfte zustande, obwohl es allein durch Gegenstöße reichlich Gelegenheit gab, die Partie offener zu gestalten. So blieben die Riemker nach dem 13:6 durch den mittlerweile eingewechselten „Edel-Joker“ Boban Ristovic sechs Minuten ohne Torerfolg, konnten dennoch ihr Polster bis zum Seitenwechsel quasi uneinholbar auf neun Treffer erhöhen, weil die Gäste unter anderem durch Lars Schmidt und Ristovic zwei Konter nacheinander vergaben.

Sollte es noch ein Warsteiner Handballwunder in der Heinrich-Böll-Sporthalle im Bochumer Stadtteil Riemke geben? Der VfS startete zwar gleich mit einem endlich erfolgreichen Schnellangriff durch Nils Schmidt, aber danach setzte sich das Szenario von Pleiten, Pech und Pannen fort. Ein wirkliches Aufbäumen war angesichts der vielen Fehlpässe, überhasteten Abschlüsse und vergebenen Großchancen gar nicht möglich, auch wenn man dem Tabellenneunten den Willen zur Wende keineswegs absprechen konnte.

Der Teamgeist stimmte, es gab keine internen Vorwürfe an Kollegen, weil die Leistung auch kollektiv nicht landesligastimmig war. Defensiv lief es nur etwas besser, weil zum einen Riemke munter durchwechselte und es am Ende auf elf verschiedene Torschützen brachte, zum anderen Torhüter Niklas Schmidt einige Paraden gelangen. Er stand aber trotzdem im Schatten seines Gegenübers Sebastian Grulich. Der ließ sich schon während des Matches in Siegerpose feiern, hatte am Ende mehr als die Hälfte der VfS-Würfe abgewehrt.

Beim 21:9 (40.) lag der Gast erstmals mit zwölf Toren hinten. Zu allem Überfluss knickte auch noch Philip Schröder um (44.) – er wird mit seinem dicken Knöchel wohl kaum noch in den finalen Partien zum Einsatz kommen können. Dass Boban Ristovic mit seinen 42 Jahren am Ende der erfolgreichste VfS-Schütze war, obwohl auch ihm längst nicht alles gelungen war, spricht Bände über die Tagesform seiner jüngeren Kollegen, die im vielleicht wichtigsten Spiel der Saison ziemlich neben sich standen.


Statistik

Torfolge: 4:0 (5.), 5:2 (10.), 6:4 (13.), 12:4 (20.), 15:6 (HZ), 18:7 (36.), 21:9 (40.), 26:12 (53.).

Schiedsrichter: Schubert/Schwarzer (Kierspe-Meinerzhagen).

Zeitstrafen: SVT 1, VfS 3.

Siebenmeter: SVT 1/0, VfS 1/0.

Zuschauer: 150.

SVT: Grulich; Eberhard (7), Driesel (4), Rinus (4), Kämper (4), Kohlenbach (2), Lademann (1), Klapper (1), Müther (1), Schreiber (1), Kogel (1).

VfS: Niklas Schmidt; Ristovic (5), L. Schmidt (4), Krischer (2), Hoeck (2), Nils Schmidt (2), J. Schmidt, M. Rüther, Luca, Schröder, Kraus.


Trainerstimmen




Dennis Aufermann, Interimscoach STV Bochum-Riemke und Vertreter des privat verhinderten Dennis Wahlers: „Meine Mannschaft hat von Beginn an Vollgas gegeben und deutlich gemacht, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte. Deshalb war meine Arbeit heute auch so einfach. Eberhard hat das Spiel gelenkt und auch im Abschluss Akzente gesetzt. Und hinten war Verlass auf Keeper Grulich. Aber durch sind wir trotzdem noch nicht, haben noch zwei ähnlich wichtige Spiele in Olpe und gegen Siegen vor uns.“








Zoran Kaseric, Trainer VfS 59 Warstein: „Es ist schwer, einen solchen Spielverlauf zu erklären. Einfach gesagt: Wir sind an unserer miserablen Chancenverwertung gescheitert. Mit so vielen Fehlwürfen und insgesamt 15 Toren kann man gar kein Spiel gewinnen. Der 0:4-Fehlstart hat uns natürlich geschockt. Noch schlimmer aber war die Phase nach dem 6:4, in der wir trotz bester Möglichkeiten sieben Minuten lang torlos geblieben sind. Es gab heute keinen einzigen Spieler, der sein Potenzial voll ausgeschöpft hat. Wir haben aber keine Zeit zum Hadern, müssen rasch den Hebel umlegen und gegen Hohenlimburg gewinnen, damit wir unsere theoretische Chance auf Platz acht aufrecht erhalten.“




VfS-Reserve mit Mini-Besetzung 24:27 in Olsberg


Warstein – Eigentlich sollten Auswärtsauftritte der 2. Männermannschaft des VfS Warstein in Minimalbesetzung der Vergangenheit angehören, doch durch besondere Umstände wie der zeitgleiche Einsatz der A-Jugend beim Qualifikations-Turnier zur Oberliga in Dolberg und kurzfristige Erkrankungen reiste das Handballteam ohne Auswechselspieler am Samstag nach Olsberg.


Kreisliga, Männer: TSV Bigge-Olsberg – VfS 59 Warstein II 27:24 (12:8).

Die einzige Führung gelang den Gästen beim 0:1. Bis zum 8:8 (23.) blieben sie auf Augenhöhe, doch dann machte sich der Substanzverlust aufgrund der fehlenden Wechselmöglichkeiten bemerkbar, war TSV-Goalgetter Trippe (14/2) kaum zu bremsen.

In Durchgang zwei berappelten sich die Gäste wieder. Mit drei Treffern in Serie verkürzten sie auf 19:18 (43.). Hauptschütze Leon Mies gelang sogar der Ausgleich zum 20:20 (47.). „Leider haben wir zu viele freie Chancen nicht genutzt“, haderte Trainer Benjamin Kretschmer.

Insgesamt fünf Siebenmeter wurden ausgelassen, darunter zwei in der Schlussphase, als die Partie beim 25:24 (57.) völlig offen war.

Kretschmer warf nach dem Abpfiff schon den Blick auf das letzte Saisonspiel, denn bereits am Mittwoch (Anwurf 18.30 Uhr) steht das Nachbarschaftsduell beim Drittletzten SSV Meschede an, den man im Hinspiel mit 34:30 besiegt hatte. „Es geht darum, endlich mal eine Kreisligasaison mit einem positiven Punktekonto abzuschließen, Und weil wir am Mittwoch eine deutlich besser Besetzung haben traue ich uns das auch zu“, meint der Coach.

VfS Warstein II: Göke; Mies (7), Baack (5/1), Schulte (5/1), Hohlfeld (4), Lutter (2), Grotenhöfer (1).


Soester Anzeiger, 06.05.2024, Text: Bernd Gossmann, Fotos: Anna Clewing


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