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Im Spaziergang



WarsteinDie Heimstärke als Faustpfand: Regelmäßig verzweifeln die gegnerischen Angriffsreihen am harzfreien Spielball in der Warsteiner Dreifachturnhalle. So am Samstagabend auch die SG Menden Sauerland II, die dort böse mit 33:12 unter die Räder kam und in vielen Phasen einfach überfordert war. So leicht wie in diesen 60 Minuten dürfte es dem amtierenden Vizemeister aus Warstein wohl kaum noch ein weiterer Gegner in der Landesliga machen.


Landesliga 4: VfS 59 Warstein – SG Menden Sauerland II 33:12 (16:6).

Im Spaziergang zu den Saisonpunkten drei und vier. Nach der äußerst bitteren Ein-Tore-Niederlage in Gevelsberg (27:28) vor drei Wochen zeigten die Warsteiner die gewünschte Reaktion auf diesen Rückschlag. Trainer Zoran Kaseric sah über die gesamte Spieldauer eine konzentrierte Leistung seiner Mannschaft, auch wenn die Partie teilweise einem Trainingsspiel bei eher verhaltener Atmosphäre glich. Denn frühzeitig ergaben sich die Gäste, die fälschlicherweise davon ausgegangen waren, dass in Warstein mit Harz gespielt werden darf, ihrem Schicksal.

Eine Analyse des Abends fiel allen Beteiligten sichtlich schwer. Zu einseitig war das Geschehen auf dem Feld.

Warstein legte direkt mit einer 5:1-Führung (10.) los, vergab in dieser Phase sogar einen noch höheren Vorsprung. Die Mendener blieben in der ersten Halbzeit sage und schreibe lange 19 (in Worten: neunzehn) Minuten ohne eigenen Torerfolg.

Die Gäste-Deckung zeigte immer wieder große Lücken, obwohl Interimstrainer Mirko Pasche, der den verhinderten Boris Heinemann vertrat, im Vorfeld eine aggressive Spielweise seines Teams eingefordert hatte. Doch davon war nichts zu sehen.







Während die Mendener große Probleme hatten, sich überhaupt Torabschlüsse zu erarbeiten, weil das Passspiel schlichtweg ungenügend war, zog der VfS Warstein sein Spiel konsequent durch. Philip Schröder, mit sieben Treffern bester Werfer seines Teams an diesem wenig unterhaltsamen Abend, markierte schließlich den 16:6-Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel bot sich für VfS-Coach Zoran Kaseric die Gelegenheit, reichlich auszuprobieren, zumal sich Simon Kraus und Joel Krischer wieder fit gemeldet hatten und damit ihre Saisonpremiere feierten. So war die Warsteiner Ersatzbank nach langer Zeit personell endlich mal wieder gut bestückt. Im Rückraum vertraute Kaseric in den zweiten 30 Minuten aber zwei Youngstern, nämlich Julius Rüther und Jannis Luca. Auch sie machten ihre Sache ordentlich.










Die Begegnung plätscherte dennoch so vor sich hin. Den 30. Warsteiner Treffer, der meistens eine Kiste Gerstensaft nach sich zieht, erzielte Jannis Luca – unter dem tosenden Beifall seiner Mitspieler (49.). Für den Schlusspunkt zum 33:12 sorgte Julius Rüther per Tempogegenstoß. Von seinen Gegenspielern in Schwarz war zu diesem Zeitpunkt längst nichts mehr zu sehen.



Stimmen der Trainer


Zoran Kaseric (Trainer VfS 59 Warstein): „Ich weiß nicht, woher die Mendener die Info hatten, dass bei uns mit Harz gespielt wird. Mit dem Ball sind sie überhaupt nicht klar gekommen. Manchmal ist das bei uns auswärts auch das Problem. Nichtsdestotrotz haben das meine Jungs konzentriert runtergespielt, was bei einem derart klaren Ergebnis nicht immer ganz so leicht ist. Menden hat sich irgendwann aufgegeben. Gut, dass wir trotz der vielen Wechsel in der zweiten Halbzeit nicht eingebrochen sind. Julius Rüther und Jannis Luca haben sich gut eingefügt. Und für Joel und Simon war die Partie genau richtig, um wieder reinzukommen.“


Mirko Pasche (Interimstrainer SG Menden Sauerland II): „Auch mit Harz hätten wir heute Probleme bekommen. Das Spiel gerade hier ohne Harz ist für die Warsteiner ja ein echter Vorteil. Ich kann nachvollziehen, dass man sich diesen Vorteil nicht nehmen lassen möchte. Wir hatten kurz mit den Schiedsrichtern drüber gesprochen, doch die haben direkt abgewunken. Wir wollten eigentlich eine stabile, aggressive Deckung hinstellen und über Tempogegenstöße zum Erfolg kommen. Doch das hat in keiner Phase des Spiels funktioniert. Sicherlich haben auch einige Leute heute gefehlt bei uns, und auf die Spieler der Ersten konnten wir auch nicht zurückgreifen, weil die Jungs anderweitige Verpflichtungen hatten, was vollkommen in Ordnung ist.“


Statistik


Torfolge: 1:1 (2.), 10:1 (17.), 11:2 (21.), 13:3 (26.), 16:6 (30.); 21:6 (36.), 25:7 (41.), 28:8 (47.), 31:10 (54.), 33:12 (60.).

Zeitstrafen: VfS 6, SG 3. Siebenmeter: VfS 2/2, SG 4/1.

Zuschauer: 200.

Schiedsrichter: Seniuch/Tidswell (Lemgo).

VfS 59 Warstein: Hilwerling, Niklas Schmidt (ab 42.) im Tor, J. Schmidt (1), J. Becher, Kraus (4), J. Rüther (5), M. Rüther (2), Nils Schmidt (2/2), L. Schmidt (1), Hoeck (4), Krischer (4), Luca (3), Schröder (7).

SG Menden Sauerland II: Hesse, Schöning (ab 38.) im Tor; Rohe (4), Schröter, Linke, Holsträter (2), Amelung, Pilz (1), Kammermeier (2), Flor (2), Kesper, Cormann (1).

Soester Anzeiger, 16.10.2023, Text + Bilder: Thorsten Heinke

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