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„Ergebnis ist enttäuschend“

VfS verliert Spiel und Spitze in Menden

Zehnfacher Torschütze: „Max Bornemann hat das Fehlen von Florian Hoeck prima kompensiert, aber der verletzungsbedingte Ausfall von Simon Kraus und die Erkältung von Joel Krischer haben uns entscheidend geschwächt.“
Zehnfacher Torschütze: „Max Bornemann hat das Fehlen von Florian Hoeck prima kompensiert, aber der verletzungsbedingte Ausfall von Simon Kraus und die Erkältung von Joel Krischer haben uns entscheidend geschwächt.“

Warstein – Besser hätte das Wochenende für den Spitzenreiter VfS Warstein nicht besser beginnen können, denn dank des 37:26-Kantersieges am Samstag vom zuletzt in Warstein gestürzten Lokalrivalen TV Arnsberg über den bisherigen Co-Spitzenreiter Villigst-Ergste II waren die Schützlinge von Chefcoach Zoran Kaseric das letzte verlustpunktfreie Team ihrer Liga. Zumindest über Nacht. Denn dann, am Sonntagnachmittag, kam ja noch die eigene hohe Hürde bei der Reserve der Mendener Wölfe. Und die erwies sich erneut als Stolperstein: Warstein kassierte nach drei Siegen in Serie seine erste Saisonniederlage und büßte die Spitzenposition ein. Lachender Dritter: Arnsberg, die alte und neue Nummer eins. Da scheint sich ein extrem enger Titelkampf in der Staffel Mitte anzubahnen, denn auch der Tabellensechste Neheim hat erst zwei Minuspunkte.


Bezirksliga Mitte: SG Menden Sauerland Wölfe II – VfS 59 Warstein 31:30 (16:13).

Die Mendener Walramsporthalle ist und bleibt für den VfS eine uneinnehmbare Festung. Letzte Saison gab es mit 26:36 die höchste Schlappe der ganzen Spielzeit, diesmal ging es zwar deutlich enger zu, aber an der Berechtigung des Mendener Erfolges gab es keine Zweifel. 110 Sekunden vor Schluss lag die durch Jakob Ellert aus der „Ersten“ verstärkte SG schon mit 31:27 vorne. Zwar kassierte sie danach zwei Zeitstrafen (übrigens die einzigen im ganzen Match) und auch noch drei Gegentore, doch als Jannes Goldbach per Strafwurf das 31:30 markierte, waren nur noch sechs Sekunden zu absolvieren.

Warsteins Co-Trainer Tobias Clewing beklagte zwar, dass sich die Mendener „wieder einmal gegen uns enorm verstärkt“ hätten, doch letztlich war es nur Jakob Ellert, der einen durch das Fehlen von Torhüter Legende „Matze“ Kohl, Abwehrchef Jorge Quintana sowie der Kreisläufer-Talente Lion Malkus und Linus Stahlschmidt ausgedünnten Kader auffüllte. Die Wölfe hatten tags zuvor ihren A-Jugend-Regionalliga-Debütsieg über die Gladbecker JSG ELE gefeiert und waren heiß darauf, das Wochenende mit einem Erfolg über den Bezirksliga-Tabellenführer perfekt zu machen. Sie hatten sich besonders gut auf den Warsteiner Rückraum eingestellt, ließen vor allem Joel Krischer keinerlei Entfaltungsmöglichkeiten, profitierten dabei auch von der großzügigen Leitung des allein leitenden Dortmunder Unparteiischen Dirk Becker, der weitgehend auf individuelle Strafen verzichtete.

Erste Saisonniederlage des VfS, hier mit Jannes Goldbach gegen Jakob Ellert (L), in der Walramsporthalle
Erste Saisonniederlage des VfS, hier mit Jannes Goldbach gegen Jakob Ellert (L), in der Walramsporthalle

Nach erstem 3:0-Lauf der Hausherren zum 7:4 reagierte Kaseric und stellte, nachdem Linkshänder Simon Kraus umgeknickt war und nicht mehr mitspielen konnte, auf eine extrem offensive1:5-Abwehr um, was sich zumindest phasenweise positiv auswirkte. Mendens Distanzschützen Ellert und Amelung wurden dadurch gebremst, aber sie fanden nach dem 9:9 genügend Lösungen, um sich eine Drei-Tore-Führung zur Pause zu verschaffen. Warsteins Talente standen zwar den Hönnestädtern Teenagern kaum nach, aber die durch Julius Rüther und den überragenden Linksaußen Max Bornemann herausgeworfene 21:20-Führung sollte die absolute Ausnahme bleiben.

Menden antwortete mit einem Doppelschlag des Aushilfs-Kreisläufers Rune Garlipp und agierte fortan mit vier Rückraumspielern, die es immer wieder schafften, den flinken Flor zu bedienen. Der VfS bemühte sich vergeblich, dem Match eine Wende zu geben. Und mit dem 31:27 durch Jan Michel war die Messe gelesen, der abschließende 3:0-Lauf kam schlichtweg zu spät.


Statistik

Torfolge: 4:4 (8.), 7:4 (11.), 9:9 (18.), 13:11 (23), 16:13 (HZ), 18:17 (35.), 20:21 (42.), 22:22 (45.), 25:22 (47.), 27:23 (52.), 28:26 (55.), 31:27 (59.).

Schiedsrichter: Dirk Becker (Dortmund).

Zeitstrafen: Menden 2/VfS 1.

Siebenmeter: Menden 1/1, VfS 3/3. Z

uschauer: 80.

SG II: Buschkämper; Flor (8), Garlipp (6), Amelung (5), Ellert (4/1), Michel (3), Heidtmann (2), Schlücking (2), Hormann (1), Thiele, Pasche.

VfS: Göke; Bornemann (10), Mir (6), Goldbach (5/3), J. Rüther (3), Luca (3), Schröder (2), Schmidt (1), Krischer, Kraus.


Trainerstimmen

Dorian Gollor, Trainer SG: „Ich bin mächtig stolz auf meine Jungs. Gerade die Youngster aus der Regionalliga waren gegen die Teenager-Kollegen aus Warstein hoch motiviert. Wir haben über weite Strecken geführt, teilweise mit vier Toren, von daher geht unser Sieg absolut in Ordnung. Das Zusammenspiel der Routiniers mit den Talenten wird immer besser, die Abwehr hat gegen Joel Krischer perfekt gearbeitet. Selbst das Fehlen unserer Kreisläufer haben wir gut kompensiert. Lukas Flor hat bewiesen, dass er auch vom linken Flügel aus treffen kann.“

Zoran Kaseric, Trainer VfS: „Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend, denn wir wollten vor dem Heimspiel gegen den starken Aufsteiger ASC Dortmund II verlustpunktfrei bleiben. Mit der Leistung der Mannschaft bin ich aber grundsätzlich zufrieden. Max Bornemann hat das Fehlen von Florian Hoeck prima kompensiert, aber der verletzungsbedingte Ausfall von Simon Kraus und die Erkältung von Joel Krischer haben uns entscheidend geschwächt, zumal auch Jannes Goldbach nicht ganz fit war. Mit unserer extrem offensiven Abwehr haben wir die Rückraumkräfte der Mendener gut bekämpft. Letztlich waren es ein paar Ballverluste zu viel und ein paar gelungene Umschaltaktionen zu wenig, um die Punkte zu entführen.“

Soester Anzeiger, 07.10.2025, Text: Bernd Grossmann, Fotos: Anna Clewing



 
 
 

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