Interview mit Björn Kanning!



Das Interview mit Björn führte Thorsten Heinke, Soester Anzeiger


Warstein - Als aktiver Spieler war er berüchtigt für seine "linke Klebe". Beim damaligen Landesligisten VfS 59 Warstein entpuppte er sich zum absoluten Leistungsträger und Publikumsliebling. Dauerhafte Schmerzen in beiden Sprunggelenken zwangen Handballer Björn Kanning aber schließlich zum vorzeitigen Karriereende. Seitdem arbeitet der 43-jährige Mastholter, der hauptberuflich in einem Maschinenbau-Unternehmen in Verl beschäftigt ist, als Trainer. Im zweiten Jahr betreut Kanning die Bezirksligamannschaft der HSG Rietberg-Mastholte. In Mastholte ist der lange Schlaks mit seiner Familie mittlerweile auch sesshaft geworden. Auf seine Handballzeit, gerade in Warstein, blickt der Linkshänder im Gespräch mit unserer Zeitung zurück.

Hallo Herr Kanning: Können Sie sich noch an ihr erstes und letztes Spiel als aktiver Handballer erinnern? Tatsächlich kann ich das noch. Ich habe mit vier Jahren mit dem Handballspielen begonnen. Da gab es noch keine Mini-Mannschaft oder ähnliches. Ich wurde direkt ins kalte Wasser geworfen. Damals als D-Jugendlicher. Ich habe nur eine große Wand vor mir gesehen (lacht). Vielleicht ein Trauma, welches ich in meinen späteren Mannschaften kompensieren konnte, da wir selber diese Wand in die Abwehr gestellt haben (lacht erneut). Mein letztes Spiel als Aktiver war geprägt von Schmerzen in beiden Sprunggelenken. Direkt danach war auch Schluss mit dem Sport. Aber die Zeit bis dahin war überragend!

Insgesamt fünf Jahre lang trugen Sie das Trikot des VfS 59 Warstein. Wie denken Sie im Nachhinein über diese Zeit? Ich habe viele tolle, engagierte Leute dort kennengelernt. Für den Verbandsliga-Aufstieg hat es aber leider nie gereicht. Dafür haben wir Wahnsinns-Partys gefeiert - natürlich ohne das Sportliche zu vernachlässigen. Ich glaube, wir sind fünf Jahre in Folge Landesliga-Vizemeister geworden. In Erinnerung an die vielen Partys kommt mir die Silberhochzeit meines damaligen Trainers Heinz Thomanek ins Gedächtnis. Oder als wir in Freiburg den Schwarzwald-Cup gerockt haben. Und aus der Zeit in Warstein resultiert auch die Einladung von Sören Müller, für San Francisco CalHeat um die amerikanische Meisterschaft mitzuspielen. Zwei tolle Turniere in Myrtle Beach und Chicago waren das. Und unvergessen sind natürlich auch die zahlreichen Derbys gegen Arnsberg. Einfach irre, was das immer für ein Spektakel war. Übrigens haben wir in meiner Warsteiner Zeit, wenn ich mich nicht täusche, nur einmal gegen Arnsberg verloren...

Wie ist der Kontakt heute noch nach Warstein? Leider nur noch sporadisch. Das liegt einfach an der fehlenden Zeit im Alltag. Neben meinem Beruf und meiner Familie trainiere ich noch eine Jugendmannschaft sowie das Herrenteam der HSG Rietberg-Mastholte. Aber in der Vorbereitung haben wir bisher immer gegen Warstein gespielt. Das ist fast schon zur Tradition geworden. Zumindest dann besteht die Möglichkeit, sich wiederzusehen und auszutauschen.

Ihr damaliger Trainer Heinz Thomanek beschrieb Sie mal als Spieler mit "Ecken und Kanten". Was meint er damit genau? Ich glaube, dass war eher auf das Körperliche bezogen. Es war mir immer wichtig, mich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Es gab mit dem Trainer viele konstruktive Gespräche. Wir sind sehr freundschaftlich miteinander umgegangen und hatten großen Respekt voreinander. Ich habe sogar versucht, dass er später als Trainer in Mastholte anheuert, aber er ist momentan wohl viel mit seinem Wohnmobil in Italien unterwegs. Also habe ich die Jungs in Mastholte übernommen...

Berüchtigt waren Sie auch für ihre "linke Klebe". Was war ihr persönliches 'Erfolgsrezept' für einen derartigen Bumms im Arm? Ich denke, hauptsächlich das Hebelgesetz (lacht). Aber auch ein bisschen Technik und die richtigen Mitspieler. Mit Boban Ristovic, Zoran Kaseric, Philipp Schmitt oder dem langen Mues am Kreis haben wir die gegnerischen Abwehrreihen stets gut beschäftigt. Ich könnte noch mehr Namen an dieser Stelle aufzählen, aber das würde den Rahmen sprengen.

Beschreiben Sie bitte mal ihre persönliche Beziehung zu folgenden Weggefährten während ihrer aktiven Zeit: 1.) Heinz Thomanek? Heinz war und ist ein sehr ehrgeiziger, aber auch charmanter Typ. Ich habe bei ihm sehr viele Freiheiten genossen und hoffe, dass ich ihm diese einigermaßen durch Leistung zurückzahlen konnte. 2.) Boban Ristovic? Boban habe ich in Lippstadt kennengelernt, als Greenhorn (lacht). Alles, was er gemacht hat, hat er mit einem Lächeln im Gesicht getan. Ich kann mich noch gut an einige Wutausbrüche unseres Trainers erinnern. Boban hat sich in den Jahren zu einem der besten Spieler entwickelt, mit denen ich je zusammengespielt habe. Nicht umsonst tanzen die Fans in Warstein den 'Boban Ristovic'. Mich freut es, dass er in Warstein sesshaft geworden ist und sich dort weiter aktiv am Vereinsleben beteiligt. 3.) Michael Gerold? Michael Gerold habe ich bei meiner ersten Station in Sennelager kennengelernt. Er war es dann auch, der mich nach Lippstadt geholt hat. Mit ihm zusammen zu arbeiten, hat immer sehr viel Spaß gemacht. Er hat das Talent, die richtigen Leute zusammenzubringen und daraus eine homogene Truppe zu formen. Gemeinsam haben wir einige Pferde gestohlen (lacht). 4.) Michael Mostardt? Mo war ein außergewöhnlich guter Torwart und ist bis heute ein außergewöhnlicher Mensch. Mit ihm hatte man immer etwas zu lachen - egal, wie ernst es war.

Was reizt Sie an dem Job des Trainers? Ich habe eigentlich immer schon die Idee gehabt, Trainer zu werden. In Mastholte haben wir eine sehr, sehr junge Mannschaft, die immer versucht, alles zu geben und mit der ich mich als junger Trainer persönlich weiterentwickeln kann.

Wer ist für Sie der beste Handballspieler auf diesem Planeten? Ganz klar: Boban Ristovic! Wer sonst? (lacht). Aber Nikola Karabatic war so schlecht auch nicht...

In Zeiten der Corona-Pandemie: Wie sehr fehlt Ihnen persönlich das wöchentliche Training, das Miteinander? Schon sehr. Andererseits hat man mal Zeit zum Durchatmen, muss nicht ständig von einem Termin zum anderen hetzen. Leider hat uns die Krise einen besseren Tabellenplatz gekostet, da wir noch ein paar Gegner im Saisonverlauf gehabt hätten, wo Punkte sicherlich drin gewesen wären. Außerdem sind durch Corona vier bis fünf Team-Events ausgefallen. Die sind bei uns fast schon legendär (lacht).

Abschlussfrage: Wie lauten ihre Erwartungen an die kommende Bezirksliga-Saison mit der HSG Rietberg-Mastholte? Zunächst einmal hoffe ich, dass wir ab September wieder regulär spielen können. Desweiteren würde ich mir weniger Verletzte wünschen. Davon hatten wir in dieser Spielzeit nämlich genug. Es ist das Ziel, konstanter zu werden und jeden einzelnen Spieler voranzubringen. Wie erwähnt: Wir haben eine sehr, sehr junge Truppe, die sicherlich hier und da noch dazulernen muss.

Herr Kanning, vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person:

Name: Björn Kanning Alter: 43 Wohnort: Mastholte Stationen als Spieler: TuS Sennelager, HSG Rietberg-Mastholte, Ahlener SG, SC Lippstadt, VfS 59 Warstein Stationen als Trainer: SC Lippstadt, HSG Rietberg/Mastholte

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