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Mit 41-Tore-Triumph neuer Tabellenführer

VfS Warstein besiegt TV Arnsberg vor 330 Zuschauern in Dreifachturnhalle

Auf der Bank des VfS Warstein gibt es kein halten mehr. Das Team um Co-Trainer Tobias Clewing und Torhüter Hannes Stollberg feiert den 41-Tore-Triumph
Auf der Bank des VfS Warstein gibt es kein halten mehr. Das Team um Co-Trainer Tobias Clewing und Torhüter Hannes Stollberg feiert den 41-Tore-Triumph

Warstein – Volles Haus, Torspektakel und ein Wechsel an der Tabellenführung: Für die Handballer des VfS Warstein gingen am Samstagabend im Bezirksliga-Derby gegen den TV Arnsberg alle Wünsche in Erfüllung. Dabei hatte es nach elf Minuten so ausgesehen, als könnte der Erzrivale seinen Siegeszug auch gegen den seit dem Landesliga-Abstieg daheim noch verlustpunktfreien Vizemeister fortsetzen. Die Warsteiner Antwort auf den 6:10-Rückstand fiel dann überaus eindrucksvoll aus: Zwölf Minuten später führte der VfS seinerseits mit sechs Toren.

Bezirksliga Mitte: VfS 59 Warstein – TV Arnsberg 41:33 (22:17).

Eigentlich waren die Warsteiner gewarnt vor dem Tempospiel des TVA. Aber die Umsetzung, sprich rascher Rückwärtsgang bei eigenen Fehlwürfen, ließ in der Anfangsphase zu wünschen übrig. Die Arnsberger knüpften zunächst dort an, wo sie gegen Husen-Kurl aufgehört hatten, wandelten einen 3:4-Rückstand durch Schnelle Mitte, zweite Welle oder gar Steilangriffe in eine Führung um, die bis auf vier Tore anwuchs und VfS-Coach Zoran Kaseric zu einer Auszeit nötigte.


Sechsfacher Torschütze Max Bornemann: Warstein konnte ohne Qualitätsverlust wechseln
Sechsfacher Torschütze Max Bornemann: Warstein konnte ohne Qualitätsverlust wechseln

Seine Forderung, konzentrierter abzuschließen und noch aggressiver die recht offensive Abwehrarbeit anzugehen, wurde umgehend umgesetzt, wobei Joel Krischer sich zum Frontmann des Angriffs aufschwang, aber auch die Youngster Jannes Goldbach und Max Bornemann mächtig Betrieb machten. Die Arnsberger Torhüter Lukas Wennmann und der ihn ablösende Johannes Drees konnten einem leid tun, denn sie bekamen kaum eine Hand an den Ball. Konsequenz: Der VfS legte einen 12:2-Lauf binnen zwölf Minuten hin und sorgte mit dem 18:12 für betretene Mienen im Arnsberger Fanblock. Die Anhänger der Hausherren hingegen kamen aus dem Jubeln kaum noch heraus, denn bis zum Seitenwechsel kassierte Arnsberg 22 Gegentore.

Würde TVA-Trainer Jan Klute, dessen Rückraum-Wechselmöglichkeiten aufgrund des Fehlens von Jannis Tiemann und Silas Hennecke sowie dem frühen Ausscheiden mit Oberschenkel-Verletzung von Paul Geyer begrenzt waren, seine Schützlinge in der Pause zu mehr Gegenwehr anstacheln können? Davon war wenig zu sehen. Vielmehr legte der VfS kämpferisch zu, machte mit einem 3:0-Lauf zum 25:18 klar, dass er sich keinerlei Nachlässigkeiten wie zu Spielbeginn leisten wollte.

Auch in Unterzahl war Warstein torgefährlicher als die Gäste, konnte sich vor allem Jannis Luca reichlich Applaus für seine wuchtigen Rückraumknaller in den Winkel abholen. Erst nach einem weiteren Dreierpack zum 38:28 nach besonders sehenswerten Kombinationen inklusive eines von Goldbach auf Krischer vorgelegten Kempa-Tores ließ die Gier ein wenig nach, schlichen sich ähnliche Ungenauigkeiten ein wie beim Gast, dessen Regisseur Alex Blanke gleich zwei eklatante Fehlpässe produzierte.

Für ein Highlight sorgte Philip Schröder, der bei seinem Gegenstoß einen Pass antäuschte, dann aber doch selbst zum 39:30 abschloss und schließlich auch die 40-Tore-Marke knackte. Den Schlusspunkt setzte Bornemann mit seinem sechsten Derbytor per Gegenstoß.


Statistik

Torfolge: 2:3 (4.), 5:4 (6.), 5:6 (7.), 6:10 (11.), 9:11 (16.), 13:11 (19.), 18:12 (23.), 22:17 (HZ), 25:18 (33.), 31:23 (41.), 36:26 (47.), 38:30 (55.), 40:33 (59.).

Zuschauer: 330.

Schiedsrichter: Andreas Baum, Marius Kobbeloer (TV Wickede).

Zeitstrafen: VfS 5 – TVA 2.

Siebenmeter: VfS 5/4 - TVA 4/4.

VfS: Hannes Stollberg, Peter Göke (im Tor); Joel Krischer (10/3), Jannes Goldbach (6), Simon Kraus (6), Max Bornemann (6), Jannis Luca (5), Philip Schröder (4), Adam Mir (2), Florian Hoeck (1), Maximilian Rüther (1), Jonas Schmidt.

TVA: Lukas Wennmann, Johannes Drees; Felix Stratenschulte (5), Alex Blanke (5/4), Kevin Erpeling (4), Nils Schopper (3), Phil Klömich (3), Oscar Assmann (3), Len Rüther (3), Fabien-Nick Rüther (3), Johannes Mevenkamp (2), Robin Bause (1), David Capristo (1), Kevin Probst, Fritz Hesse, Paul Geyer.


Trainerstimmen:

Zoran Kaseric, Trainer VfS: „In der Anfangsphase haben wir uns zu viele Fehlwürfe geleistet und nicht schnell genug umgeschaltet, weshalb wir einige vermeidbare Gegentore kassiert haben. Nach der Auszeit lief es deutlich besser. Im Angriff wurde jetzt konzentrierter gespielt, haben vor allem Joel Krischer und Jannes Goldbach ihre individuellen Fähigkeiten demonstriert. Mit unserer offensiv orientierten Abwehr haben wir die Arnsberger Rückraumschützen wirkungsvoll bekämpft, außerdem hatten wir ein leichtes Plus bei den Torhütern. Ich konnte ohne Qualitätsverlust wechseln, weil Max Bornemann und der auch defensiv sehr starke Jannis Luca ebenfalls viel Dampf gemacht haben. Mitentscheidend dafür, dass wir nie in Gefahr geraten sind, war die gute Trefferausbeute in Unterzahl.“

Jan Klute, Trainer TVA: „Es ist genau das eingetreten, was ich schon im Vorfeld gesagt habe. Warstein ist einfach schon ein Stück weiter damit, seine Talente zu integrieren, ist deutlich besser aufeinander abgestimmt. Ich bin keineswegs enttäuscht von meiner Mannschaft, allerdings wurden zu viele technische Fehler gemacht, konnten die Einwechselspieler diesmal nicht überzeugen. Das Fehlen von Silas Hennecke und Jannis Tiemann sowie der verletzungsbedingte Ausfall von Paul Geyer wogen zu schwer. Unsere Ballverluste hat der VfS konsequent bestraft. Mit 33 Toren gewinnt man normalerweise, aber Warstein stellt, weil zur Rückraumqualität jetzt auch erfolgreiches Konterspiel hinzugekommen ist, den besten Angriff der Liga und hat meine Einschätzung, der Topfavorit auf den Titel zu sein, bestätigt.“

Soester Anzeiger, 29.09.2025, Text: Bernd Grossmann, Fotos: Lion Hildebrandt

 
 
 

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