VfS-Heimserie reißt
- Chris Martin

- vor 11 Minuten
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32:37-Niederlage zum Saisonstart gegen Hagen III

Warstein – In der Warsteiner Dreifachturnhalle trug sich am Samstagabend Historisches zu. Erstmals seit November 2023 verloren die Handballer des VfS Warstein wieder ein Heimspiel. Gegen den VfL Eintracht Hagen III mussten sie sich bei ihrem Verbandsliga-Debüt mit 32:37 geschlagen geben. Den Start in die neue Spielklasse hatte sich der Aufsteiger, der im Vorfeld einen Verletzungsschock verdauen musste, sicherlich anders vorgestellt.
Handball-Verbandsliga: VfS 59 Warstein - VfL Eintracht Hagen III 32:37 (12:19).
Ausgerechnet beim Abschluss-Fußballspiel am Abend zuvor zog sich Torhüter Hannes Stollberg eine Bänderverletzung zu. „Er ist unglücklich umgeknickt“, berichtete Trainer Zoran Kaseric von dem Malheur. Kaseric berechnet die voraussichtliche Ausfallzeit seines Schlussmanns mit vier bis sechs Wochen. Damit steht den Warsteinern mit Peter Göke bis auf Weiteres nur ein Keeper zur Verfügung. Anstrengungen von Trainerseite, Max Tonne, Andreas Buschhoff oder Hendrik Hilwerling für das Hagen-Spiel in den Kader zu berufen, schlugen im Vorfeld fehl. Das Trio stand aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zur Verfügung.
Das Warsteiner Handball-Publikum scheint derweil noch im Sommermodus zu sein. So spärlich besetzt wie am Samstag waren die Tribünen in der Dreifachturnhalle lange nicht mehr. Benjamin Kretschmer aus dem geschäftsführenden Vorstand vermutete zu viele Gegenveranstaltungen – wie beispielsweise das Sommerfest beim befreundeten TuS 45 Warstein, die 100-Jahr-Feier im Möhnetal vom TuS Grün-Weiß Allagen oder auch das Fußball-Bundesliga-Heimspiel der Schalker gegen Bayern München.

Wer nicht nach Warstein zum Handball gekommen war, verpasste zumindest in der zweiten Halbzeit eine Menge. Fast hätte es das Warsteiner Comeback des Jahres gegeben. Waren die Gastgeber in den ersten 30 Minuten nahezu komplett unterlegen, bissen sie sich nach der Pause mit viel Willen und Disziplin in die Partie. So roch es beim Stand von 23:25 (46.) danach, als wenn die Heimmannschaft den Spieß trotz eines Sieben-Tore-Halbzeitrückstandes tatsächlich noch umdrehen könnte.
Am Ende war es dann aber nicht nur eine Kraftfrage, sondern auch eine der individuellen Qualität. Warsteins Trainer Zoran Kaseric musste nämlich neben Hannes Stollberg auch auf Julius Rüther, Joel Krischer und Jannis Luca verzichten. Beim kommenden Auswärtsspiel beim TuS Volmetal II verschärft sich die personelle Situation beim VfS dann sogar nochmals, wie Kaseric nach der Auftaktniederlage bemerkte. Dann gesellen sich auch noch Yannik Enste und Jan Clewing zu den Ausfällen, kehrt aber immerhin Jannis Luca in den Kader zurück.
„Die ersten 10, 15 Minuten haben wir heute leider verpennt“, sah Kaseric, wie seine Mannschaft in der Anfangsphase kaum ein Bein auf die Erde bekam. Torhüter Peter Göke konnte sich erstmalig in der 16. Minute so richtig auszeichnen, machte danach aber mit vier gehaltenen Siebenmetern und etlichen spektakulären Paraden ein sensationelles Spiel.
Ein erfreulich gutes Comeback nach 16 Monaten Zwangspause aufgrund einer Schulterverletzung sowie zweier Achillessehnenrisse feierte im Rückraum Youngster Jan Clewing mit zwei Toren. Jannes Goldbach stand trotz seines Einsatzes bei der Bundesmarine unter der Woche in Norddeutschland Gewehr bei Fuß und entpuppte sich einmal mehr als sicherer Siebenmeterschütze mit vier Treffern bei vier Versuchen. Doch das langte am Ende nicht, um ausgebuffte Hagener in die Knie zu zwingen.
Trainerstimmen
Zoran Kaseric (VfS 59 Warstein): „Wir haben nicht so einen breiten Kader wie der Gegner. Den Beginn des Spiels haben wir verschlafen, haben uns dann aber gut wieder herangekämpft. Hagen war sehr ausgebufft, uns fehlte hinten heraus die personelle Entlastung. Die Niederlage ist kein Beinbruch, dennoch fühlt es sich komisch an, nach der langen Zeit mal wieder ein Heimspiel zu verlieren. Für uns beginnt die Saison erst richtig im Oktober.“
Tim Knutzen (VfL Eintracht Hagen III): „Wir sind sehr geknickt von unserer eigenen Leistung, trotz des Sieges. Wir kommen super ins Spiel, setzen genau die Konzepte um, die wir im Training besprochen haben. Dann ist es halt in Warstein so – offensive Deckung beim Gegner, dazu kein Harz, da musst du viel prellen mit dem Ball. Ich glaube, wir haben 25 Fehlwürfe, ich müsste aber noch mal nachschauen. Dann haben wir gute Moral bewiesen, als es noch mal kritisch wurde. Wir wollen oben mitspielen und uns von Spiel zu Spiel steigern. Mal schauen, wo der Weg uns dann hinführt.“
Statistik
Torfolge: 1:4 (3.), 3:8 (9.), 4:13 (14.), 8:15 (20.), 10:18 (24.), 12:19 (30.); 17:21 (39.), 21:23 (44.), 23:25 (46.), 24:29 (51.), 27:33 (56.), 32:37 (60.).
Siebenmeter: VfS 4/4, VfL 5/9.
Zeitstrafen: VfS 3, VfL 3.
Schiedsrichter: Sattler/Salomo (Dortmund).
Zuschauer: 100.
VfS 59 Warstein: Göke (1) – Clewing (2), Enste, Goldbach (5/4), Schmidt (3), Kraus (1), Mir (5), Bornemann (5), Hoeck (4), Schulte, Schill, Schröder (6).
VfL Eintracht Hagen III: Schweizer – Storch (7/4), Ernst (1), Blumhoff, Koshold, Lesch, Ricker (3), Meier (2), Panisic (3), Häseler, Knutzen, Funke (12), Ingwald (4/1), Schmiedel, Diehl (5).
Soester Anzeiger, 07.09.2026, Text + Fotos: Thorsten Heinke




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