Niederlage deutlich zu hoch
Warstein verliert 28:40 beim TuS Volmetal II

Warstein – Als Aufsteiger zahlt der VfS Warstein in der Handball-Verbandsliga weiter Lehrgeld, auch wenn es beim Gastspiel beim TuS Volmetal II bis tief in die erste Halbzeit hinein nach einer faustdicken Überraschung roch. Zwischenzeitlich führten die Gäste nämlich mit zwei Toren, ehe sich Philip Schröder in einem ohnehin schon dünn besetzten Kader auch noch einen Cut an der Stirn zuzog und erst im Laufe des zweiten Durchgangs wieder einsatzfähig war. Am Ende waren sich alle Protagonisten auf Warsteiner Seite einig, dass die 28:40-Niederlage doch deutlich zu hoch ausgefallen war.
Handball-Verbandsliga: TuS Volmetal II - VfS 59 Warstein 40:28 (16:13).
Die Gastgeber, die in Siegen zum Auftakt mit 32:30 gewonnen hatten, boten dem Gegner aus Warstein in den ersten 30 Minuten eine Menge an. Dementsprechend unzufrieden war Volmetals Trainer Pascal Binder auch mit dem Auftritt seiner Schützlinge vor der Pause.
Warsteins Plan dagegen ging voll auf. Mit nur insgesamt neun Spielern angereist, wollte man das Tempospiel des Gegners gar nicht erst zulassen, was über weite Strecken der ersten Hälfte auch gut gelang. Goldbach, Hoeck und Mir brachten die Gäste mit ihren Toren in der Anfangsphase jeweils nach vorn. Hoeck sorgte dann nach einem tollen Wackler gegen Broscheit für den mehr als verdienten 6:6-Ausgleich nach 14 gespielten Minuten.

Kurz darauf zog sich Teamkollege Schröder bei einer unglücklichen Abwehraktion die blutende Wunde an der Stirn zu. Ab der zweiten Halbzeit wirkte Schröder dann aber wieder mit – ausgestattet mit einem blauen Turban. Die Verletzung passierte genau in der Phase, in der die Gäste richtig gut drin waren im Spiel und zwischenzeitlich sogar mit 8:6 beziehungsweise 9:7 führten. Das vorübergehende Schröder-Aus sorgte dann aber für einen kleinen Bruch. Dies nutzten die Hausherren, um bis zur Sirene auf 16:13 davonzuziehen. Ein letzter Versuch im ersten Durchgang von Jannis Luca, nochmals zu verkürzen, wurde von Volmetals Schlussmann Fabiunke entschärft.
Nach dem Seitenwechsel schlug die Partie dann schnell die Richtung ein, die viele Experten im Vorfeld auch erwartet hatten. Warstein versuchte zwar, mit einer offensiven 5:1-Deckung wieder heranzukommen, doch war der Gegner nun deutlich konzentrierter in seinen Aktionen. Besonders der bullige Kreisläufer Kowalski, der pfeilschnelle Linksaußen Eulenstein sowie Rückraumspieler Jung bereiteten den Gästen nun große Probleme.
Volmetals Figge war da schon gar nicht mehr auf dem Feld, nachdem er vor der Pause unglücklich umgeknickt war und von zwei Warsteinern gestützt zur Bank gebracht werden musste. Nach dem Treffer zum 27:18 (43.) hatte VfS-Coach Zoran Kaseric genug gesehen und zog die grüne Karte. Positiv: Niklas Schulte erzielte seine ersten beiden Verbandsliga-Treffer. Rechtsaußen Simon Kraus musste zwischenzeitlich im rechten Rückraum aushelfen.
Am Ende kam Volmetal zu einem locker herausgespielten Heimerfolg, auch weil den Gästen in dieser Besetzung mehr und mehr die Kräfte schwanden. Torhüter Peter Göke hatte zudem nicht seinen allerbesten Tag erwischt.
Relativ schnell richtete sich der Warsteiner Fokus nach dem Spiel auf das anstehende Derby bei der SG Ruhrtal, wo die personelle Situation doch deutlich verbessert sein wird.
Trainerstimmen
„Am Ende hat halt die Kraft gefehlt“
Pascal Binder (TuS Volmetal II): „Wir sind nicht gut ins Spiel gestartet, haben relativ viele Fehler hinten und vorne gemacht. In der Abwehr waren wir nicht kompakt genug. Am Ende bin ich froh, dass wir das Spiel so deutlich noch für uns entschieden haben. Auch wenn bei uns einige Leute gefehlt haben, erwarte ich von meiner Mannschaft schon, dass wir das konsequenter von der ersten Minute an spielen. Grundsätzlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, müssen dafür Woche für Woche aber unsere Leistung abrufen. Ziel ist schon, sich im oberen Tabellendrittel festzusetzen.“
Zoran Kaseric (VfS 59 Warstein): „Philip Schröder war durch die Verletzung länger raus in der ersten Halbzeit, Adam Mir war bis Donnerstag krankgeschrieben. Zur Pause wäre auch ein Unentschieden möglich gewesen. Am Ende hat halt die Kraft gefehlt. Die Niederlage ist zu hoch ausgefallen. Für die Umstände haben wir uns, denke ich, gut geschlagen. Gegen Ruhrtal kommen Max Bornemann, Jan Clewing und Yannik Enste wieder zurück, fehlen dann nur noch Hannes Stollberg, Joel Krischer und Julius Rüther.“
Statistik
Torfolge: 2:3 (6.), 6:5 (11.), 6:8 (17.), 7:9 (18.), 11:10 (22.), 14:12 (28.), 16:13 (30.); 19:14 (34.), 23:16 (38.), 27:18 (43.), 29:24 (48.), 35:26 (55.), 40:28 (60.).
Siebenmeter: TuS 4/5, VfS 0/2
Zeitstrafen: TuS 3 / VfS 5
Schiedsrichter: Mütze/Heinz (Dortmund).
Zuschauer: 200.
TuS Volmetal II: Fabiunke, Nöckel (ab 41.) - Hirt, Jung (8), Domaschk (2/2), Figge (3/2), Dehler, Eulenstein (8), Fäseke (4), Pfeiffer (3), Heidemann (3), Broscheit (1), Hahn, Kowalski (8).
VfS 59 Warstein: Göke - Goldbach (6), Schmidt (2), Kraus, Mir (5), Hoeck (6), Schulte (2), Schröder (5), Luca (2)
Soester Anzeiger, 14.09.2026, Text & Fotos: Thorsten Heinke






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