• Chris Martin

Festival der Fehler



Soester Anzeiger, Thorsten Heinke


Warstein – Ein Fehler-Festival beim Auswärtsspiel in Wickede raubt den Bezirksliga-Handballern des VfS Warstein womöglich die Chance, am Ende der Saison noch Tabellenplatz drei – und damit die Aufstiegsrelegation – zu erreichen: Im Kreis-Derby am Samstag riss die Warsteiner Erfolgsserie nach vier Siegen mit einer bitter hohen Niederlage, der zugleich ersten im Jahr 2020. Beim 23:30 besannen sich die Schützlinge von Trainer Zoran Kaseric erst dann auf ihre Stärken, als es längst zu spät war. Für Linkshänder Jannik Becher, in der Saison 2018/19 noch Held beim Spiel in Wickede mit einem direkt verwan-delten Freiwurf zum 20:19-Endstand für Warstein, war die Begegnung bereits nach 33 Minuten zuende: Er sah Rot.


Bezirksliga Südwestfalen: TV Wickede/Ruhr – VfS 59 Warstein 30:23 (14:7). Nachdem Wickedes Plenius wegen eines Schlags in den Unterleib von Jonas Schmidt die rote Karte gesehen hatte (31.), erwischte es 120 Sekunden später auch Jannik Becher: Beim Zurück-laufen streckte er unglücklich dem Wickeder Spieler Braach den Arm ins Gesicht. Die beiden Unparteiischen zögerten kurz, verwiesen nach Rücksprache dann aber Becher doch des Feldes.


Rote Karte für Jannik Becher


Seine Hinausstellung war Spiegelbild eines aus Warsteiner Sicht völlig verkorksten Auftritts. Denn die Gäste leisteten sich gerade im ersten Durchgang zahllose technische Fehler. Hinzu kam, wie bereits beim 18:18 im Hinspiel in Warstein, eine schwache Wurfausbeute.

Dabei hatte das Match für Warstein verheißungsvoll begonnen, legte Simon Kraus, der Zehn-Tore-Mann aus dem 43:30-Heimsieg über die CVJM Gevelsberg, die 0:1-Führung vor. Auch nach dem 2:3 durch einen Unterarmwurf von Jonas Schmidt (6.) war aus VfS-Sicht noch alles in der Reihe. Doch dann brach das Unheil über über den VfS herein. Satte 17 Spielminuten lang blieben die Kaseric-Schützlinge ohne einen weiteren Torerfolg. Wickede nutzte die Warsteiner Fahrlässigkeiten gnadenlos aus, zog nach dem 3:3-Ausgleich durch Plenius bis zur 23. Spielminute auf 11:3 davon. Erst Florian Hoeck ließ mit dem vierten Warsteiner Treffer den Gäste-Anhang, der bis dahin immer ruhiger geworden war, nach langer Zeit mal wieder jubeln. Gespielt waren zu diesem Zeitpunkt bereits fast 24 Minuten. So ging Warstein mit gerade mal sieben erzielten Toren – absoluter Saison-Minusrekord – in die Halbzeitpause. Als „Schadensbegrenzung“ betrachtete VfS-Coach Zoran Kaseric die zweite Halbzeit, die mit Doppel-Rot für Plenius und Jannik Becher begann.

Lars Schmidt, bis zum Wickede-Spiel erfolgreichster Halblinker der gesamten Bezirksliga mit über einhundert Toren, brauchte bis zu seinem ersten Treffer sage und schreibe 42 Minuten. Es zeigt das Warsteiner Dilemma an diesem Samstagabend auf.

Als Wickede im Gefühl des sicheren Heimsieges das Zwischen-Ergebnis auf 20:9 (44.) schraubte, fühlten sich die Warsteiner dann doch noch an der Ehre gepackt. Lars Schmidt (2) und Florian Hoeck gelang ein Dreierpack zum 23:15 (50.). Philip Schröder und der trotz einer Zahn-OP auflaufende Marvin Becher verkürzten auf 28:22 (59.).

In den Schlusssekunden setzte Youngster Becher, aus freistehender Position am Kreis, einen Wurf als Aufsetzer weit über das gegnerische Tor. Auch diese Szene spiegelte die Hilflosigkeit Warsteins. Und so gab es am Ende an dem verdienten Wickeder Erfolg nichts mehr zu rütteln.

Warsteins Spieler verließen ebenso geschockt die Gerken-Sporthalle aufgrund der gezeigten Leistung wie die mitgereisten Fans.


Torfolge: 0:1, 2:3 (6.), 9:3 (20.), 11:4 (23.), 12:5 (26.), 14:6 (29.), 14:7 (HZ), 16:8 (35.), 19:8 (42.), 20:9 (45.), 22:11 (48.), 23:15 (50.), 26:19 (55.), 29:22 (59.).

Zeitstrafen: TVW 3, VfS 3.

Siebenmeter: TVW 2/2, VfS 2/5. Rote Karten: Plenius (Wickede/31.), J. Becher (Warstein/33.).

Schiedsrichter: Otto/Hartwig (Hagen). Zuschauer: 150.

TV Wickede/Ruhr: Bornheim (1.-55.), Herzog (ab 56.) im Tor; Unkhoff, Schreiber (1), Löbbecke (1), Becker (6), M. Witzenburg (3/2), Tomassini (7), Kleine (1), Braach (2), Pries, N. Wintzenburg (3), Vivanco (3), Plenius (3). VfS 59 Warstein: Hilwerling, Niklas Schmidt im Tor; J. Schmidt (2), Gröne, L. Schmidt (5), S. Kraus (4), J. Becher (3/1), Hoeck (3), F. Kraus, M. Becher (1), Wiley (2/1), Schröder (3)


Trainerstimmen

Jan Thiele, Trainer TV Wickede/Ruhr: „Wir haben 40 Minuten lang eine überragende Deckung, mit einem sehr guten Torwart, gestellt. Danach wurde es teils vogelwild, ist uns die spielerische Linie abhanden gekommen. Alles in allem bin ich dennoch zufrieden, auch wenn man sicherlich ein paar Haare in der Suppe finden könnte. Vor heimischem Publikum fühlen sich die Jungs anscheinend wohler. Auswärts fehlt uns oft die richtige Einstellung. Warstein bei 23 Toren zu halten, wenn man bedenkt, dass sie letzte Woche über 40 gegen Gevelsberg geworfen haben, zeigt, wo wir das Spiel heute gewonnen haben - nämlich hinten.“ Zoran Kaseric, Trainer VfS 59 Warstein: „Wir haben heute in allen Mannschaftsteilen nicht das abgerufen, was wir können. Die Leistung über weite Strecken des Spiels ist enttäuschend und nicht zu erklären. Hätten wir nur 50 Prozent von den Pässen, die wir dem Gegner in die Hände gespielt haben, bzw. den zahllosen technischen Fehlern, die wir produziert haben, an den eigenen Mann gebracht, dann hätten wir das Ergebnis deutlich enger gestalten können. So aber muss man nachher von einer absolut verdienten Niederlage sprechen. Für einen Sieg kamen wir eigentlich nur in den ersten sechs Minuten in Frage. Wickede hat eine gute, in der Abwehr sehr robuste Mannschaft. Wir hätten uns einfach anders präsentieren müssen. Dass war nicht das Gesicht, was wir in den ersten vier Spielen des Jahres gezeigt haben. Die Niederlage gilt es nun aufzuarbeiten und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.“

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