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Große Mängel in der Offensive

vor 10 Minuten
3 Min. Lesezeit

VfS Warstein verliert bei der DJK Oespel-Kley mit 20:28

„Mit 20 eigenen Toren kann man so gut wie kein Spiel gewinnen“: Trainer Zoran Kaseric nach der 20:28-Niederlage bei der DJK Oespel-Kley
„Mit 20 eigenen Toren kann man so gut wie kein Spiel gewinnen“: Trainer Zoran Kaseric nach der 20:28-Niederlage bei der DJK Oespel-Kley

Warstein – Nach 40 und 36 Gegentoren in den beiden ersten Auswärtsspielen konnte sich Handball-Verbandsliga-Aufsteiger VfS 59 Warstein in Oespel-Kley defensiv erheblich steigern. Aber große Mängel in der Offensive führten dazu, dass am Sonntagnachmittag keinerlei Aussicht auf ein Erfolgserlebnis bestand und es die fünfte Saisonniederlage gab.


Handball-Verbandsliga: DJK Oespel-Kley – VfS 59 Warstein 28:20 (15:9).

Das Beste sollte im Normalfall ja am Ende kommen, aber seine stärkste Phase hatte der bis auf Jannes Goldbach und die Rüther-Brüder in Bestbesetzung angereiste Aufsteiger gleich zu Beginn. Philip Schröder, Adam Mir und Simon Kraus sorgten nämlich für eine 0:3-Führung, die eigentlich Mut machen sollte. Es gab noch einen weiteren Hoffnungsschimmer, denn auf die DJK-Antwort zum 4:4 konterten die Gäste durch Schröder und Mir zum 4:6 (11.). „Aber plötzlich war bei uns offensiv der Wurm drin“, konnte Trainer Zoran Kaseric kaum nachvollziehen, warum seine Schützlinge bis zum Seitenwechsel nur noch mickrige drei Tore nachlegen konnten und nach dem 10:9 (23.) bis zum Seitenwechsel leer ausgingen.

Oespel-Kley hingegen legte den Respekt vor der VfS-Abwehr ab, übernahm mit einem 4:0-Lauf zum 8:6 das Kommando, wobei sich hauptsächlich die Pfänder-Brüder Lasse und Mats in Szene setzten. Obwohl Keeper Hannes Stollberg so manchen freien Wurf entschärfte und zum besten Akteur seiner Mannschaft avancierte, konnten sich die Dortmunder ein beruhigendes Polster verschaffen. Nicht nur, weil sie reichlich Siebenmeter zugesprochen bekamen, sondern auch von insgesamt acht Zeitstrafen gegen die Gäste profitierten.

„Da wurde mit zweierlei Maß gemessen“, befand Kaseric, während sein Kollege Lars Ridder meinte: „Wir haben die Mehrzahl der Zweikämpfe gewonnen, die Warsteiner haben oft zu spät zugepackt und wurden dafür bestraft.“ Wirklich besser wurde es aus Warsteiner Sicht im zweiten Abschnitt nicht. Es gab nur eine Minihoffnung, als Joel Krischer und Max Bornemann auf 20:14 verkürzten, aber Oespel-Kley machte die Aussichten auf eine spannende Schlussphase mit einem Sechserpack, begünstigt auch durch die Rote Karte für den zu hart einsteigenden Eduard Schill, zunichte.

Mit dem 26:14 (47.) war die Messe gelesen. Immerhin steckte der VfS nicht auf, sondern betrieb in den letzten Minuten noch Schadensbegrenzung und konnte den Rückstand durch zwei späte Schröder-Treffer in die einstellige Sphäre drücken. Die Bestmarke von 28 Auswärts-Gegentoren konnte im Warsteiner Lager aber angesichts der selbst so geringen eigenen Torausbeute keine Freude auslösen. Jetzt gilt die ganze Konzentration dem heißen November, in dem immerhin vier Spiele anstehen, beginnend mit dem Heimspiel am 7. November gegen den Kreisrivalen DJK SG Bösperde.


Stimmen

DJK-Trainer Lars Ridder: „Wir hatten zu Beginn einige Probleme, ins Spiel zu finden, sind häufig am guten Warsteiner Keeper gescheitert , haben uns dann aber stabilisiert und dank der besseren Zweikampfwerte schon bis zur Pause vorentscheidend abgesetzt. Mich ärgert, dass wir in der Schlussphase so nachgelassen haben, aber insgesamt war das ein ordentlicher Auftritt.“

VfS-Trainer Zoran Kaseric: „Mit 20 eigenen Toren kann man so gut wie kein Spiel gewinnen, da hilft es auch nicht, dass wir diesmal defensiv deutlich besser gearbeitet haben als in den vorherigen Auswärtsspielen. Mit dem geharzten Ball hatten wir keine Probleme, aber wir haben im Aufbau nicht druckvoll genug agiert . So richtig angekommen sind wir in der Liga immer noch nicht. Ich kann nur hoffen, dass wir die längere Pause gut nutzen und mit viel Elan ins zweite Saisonviertel gehen, denn bis zum Jahreswechsel stehen noch sieben Spiele an.“


Statistik

Torfolge: 0:3 (3.), 4:4 (7.), 4:6 (11.), 8:6 (18.), 10:9 (23.), 15:9 (HZ), 20:12 (36.), 20:14 (37.), 26:14 (47.), 26:17 (55.).

Schiedsrichter: Jan Wiggeshoff/Manuel Kihn (Menden).

Zeitstrafen: DJK 2; VfS 8. Rote Karte: Schill (45.).

Siebenmeter: DJK 6/6, VfS 2/2:

DJK: Schliewer, Wiegard; Kreklow (6/6), L. Pfänder (5), Mundry (5), M. Pfänder (3), Kremer (3), Buxot (2), Schürgels (2), Passon (1), Metzger (1), Volgmann.

VfS: Stollberg; Schröder (5), Mir (4), Krischer (4/2), Bornemann (3), Enste (1), Kraus (1), Hoeck (1), Luca (1), Schulte, Schmidt, Clewing, Schill.


Soester Anzeiger, 20.10.2026, Text: Bernd Grossmann, Foto: Thorsten Heinke

 
 
 

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