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Jannes Goldbach trifft bei Debüt



Warstein Der VfS Warstein knüpft in eigener Halle da an, wo er in der letzten Saison aufgehört hat. Das 34:18 gegen den HSV Herbede war nie gefährdet. Beide Mannschaften traten am Samstag allerdings stark ersatzgeschwächt an. Riesiger, lautstarker Jubel brandete im Lager der Hausherren auf, als Youngster Jannes Goldbach zu seinen ersten sieben Landesliga-Minuten kam und dann per Siebenmeter auch noch den Endstand markierte. Philip Schröder verpasste wegen einer Platzwunde am Kinn die komplette zweite Halbzeit, jubelte anschließend aber wieder mit den Teamkollegen über die ersten beiden Saisonpunkte.


Landesliga 4: VfS 59 Warstein – HSV Herbede 34:18 (18:9).

Neben den bekannten Ausfällen mussten die Warsteiner kurzfristig auch noch auf Jannis Luca verzichten, der mit den Folgen einer Corona-Erkrankung zu kämpfen hatte. Die Gäste traten die Reise nach Warstein gar ohne 12 (!) Akteure an, hatten den VfS im Vorfeld um eine Verlegung gebeten. Doch Warstein konnte dieser aus terminlichen Gründen nicht zustimmen. Und so war es über 60 Minuten ein von Hektik geprägtes Spiel – trotz des klaren Ergebnisses.

Warstein erwischte mit 7:1 einen Blitzstart. Erst danach zückte Gäste-Coach Weiß die grüne Karte (13.) – vielleicht ein zu spätes Signal an seine Mannschaft. Herbedes Spielmacher Marius Windfuhr musste dann bereits in der 20. Minute auf Grund einer Oberschenkelverletzung passen, sodass die Gäste weiter dezimiert wurden, die Hauptlast im Rückraum somit allein auf den Schultern des Halblinken Czerkawski lag.


Philip Schröder zog sich eine Platzwunde am Kinn zu

Mehr Alternativen konnten da die Warsteiner aufbieten, obwohl Philip Schröder wie erwähnt ebenfalls nicht weiter mitwirken konnte. Doch der eingewechselte Julius Rüther spielte ein ums andere Mal seine Schnelligkeit aus, währenddessen Nils Schmidt in Manndeckung genommen wurde und sich aus dieser Umklammerung kaum befreien konnte. Dafür traf Bruder Jonas zum 18:9-Pausenstand.

Nach dem Wechsel erlebten die Zuschauer zu Beginn ein wahres Siebenmeter-Festival. Gleich drei Strafwürfe in Folge verwandelte Nils Schmidt zum zwischenzeitlichen 21:11. Spätestens da war die Partie entschieden.

Doch den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, kam für die Warsteiner im ersten Saisonheimspiel nicht infrage. Julius Rüther erhöhte per Tempogegenstoß auf 23:11 (37.).



Jannes Goldbach (rechts) freut sich über sein Premierentor

Für die Gäste kündigte sich ein Debakel an, das sie aber einigermaßen noch abwenden konnten. Lars Schmidt erhöhte mit seinem fünften Treffer des Abends auf 30:16 (50.). Florian Hoeck und Nils Schmidt, erneut per Siebenmeter, schraubten das Ergebnis dann sogar auf 32:16, ehe es richtig laut in der Dreifachturnhalle wurde, als Jannes Goldbach eingewechselt wurde. Sein erster Versuch von Linksaußen wurde von Herbedes Schlussmann Schnur noch abgewehrt, doch gegen den Siebenmeter des Warsteiner Rotschopfes zum 34:18-Endstand war auch Schnur machtlos. Es war das krachende Ende eines wilden Spiels, das auch von einigen unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen lebte. Maximilian Rüther sah nach einem Revanchefoul in der 37. Minute den roten Karton. Bei der Beurteilung dieser Szene lagen die Unparteiischen allerdings richtig.



TRAINERSTIMMEN

„Haben es mehr und mehr spielerisch gelöst“


Zoran Kaseric (VfS 59 Warstein): „Wenn die Schiedsrichter früher durchgegriffen und ein, zwei Zeitstrafen früher ausgesprochen hätten, dann wäre es nicht ganz so hektisch geworden. Obwohl man auch sagen muss, es waren jetzt keine richtig bösen Fouls dabei. Wir haben es dann mehr und mehr spielerisch gelöst. Durch Julius Rüther konnten wir viele einfache Tore erzielen. Es passte terminlich einfach nicht, deswegen konnten wir einer Verlegung nicht zustimmen. Philips Platzwunde musste im Krankenhaus genäht werden. Wenn das Spiel enger steht, ist so eine rote Karte wie für Maxi natürlich eine erhebliche Schwächung. Den ersten Siebenmeter wollte Jannes nicht werfen (lacht). Es freut mich für ihn, dass er sich dann doch noch belohnt hat. Für ihn persönlich war das Tor sicherlich ein super Gefühl.“


Marko Weiß (HSV Herbede): „Wir haben momentan keine Leute, hatten vor allem keinen Torhüter. Den Jungen haben wir kurzfristig vom TuS Bommern verpflichtet. Wir wollten verlegen, Warstein nicht - alles gut. Die Warsteiner bringen durch ihre Härte die Hektik rein, was aber absolut in Ordnung ist. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die Schiedsrichter das eher unterbinden. Uns fehlten unter anderem drei Stammkräfte, darunter unser etatmäßiger Kreisläufer. Und dann verletzt sich auch noch unser Spielmacher. Warstein war jetzt kein übermäßig starker Gegner. Für das Rückspiel habe ich ein gutes Gefühl. Wir haben das zu Spielbeginn eigentlich gut umgesetzt, hatten nur nicht die Konsequenz im Abschluss. Da kann es dann auch mal 5:5 stehen. Danach bricht die Mannschaft zusammen. Die zweite Hälfte war akzeptabel. In dieser personellen Konstellation sind wir in jedem Fall nicht konkurrenzfähig. Aber nächste Woche sieht es personell wieder besser aus.“



Statistik

Torfolge: 3:1 (5.), 7:1 ( 13.), 11:3 (17.), 14:6 (23.), 15:7 (25.), 18:9 (30.); 21:11 (35.), 23:13 (37.), 26:16 (43.), 32:17 (54.), 34:18 (60.).

Siebenmeter: VfS 5/5; HSV 2/5. Zeitstrafen: VfS 2; HSV 2. Rote Karte: M. Rüther (Revanchefoul/37.). Schiedsrichter: Helfrich/Prüfer (Haspe).

VfS 59 Warstein: Niklas Schmidt (1.-42.), Hilwerling (ab 43.); J. Schmidt (3), Simovic (1), L. Schmidt (5), J. Rüther (5), Goldbach (1/1), Nils Schmidt (9/5), Hoeck (5), M. Rüther (1), Schröder (4), J. Becher.

HSV Herbede: Schnur; F. Windfuhr, M. Windfuhr (2), Busch, Laske (2), Hake (1), Hoffmann (5/2), Schorlemmer (2), Czerkawski (6), Schauer, Peeren.

Soester Anzeiger, 18.09.2023, Text und Fotos: Thorsten Heinke

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