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"Buh"- und "Pfui"-Rufe bei der 1. Herren- Souveräner Derbysieg bei der A- Jugend


Warstein Zu viele Fehler im eigenen Angriff, gepaart mit einer Auslegung der Spielregeln seitens der Schiedsrichter, die nicht nur Trainer Zoran Kaseric als „einseitig“ kritisierte, fügten sich am Samstagabend zur ersten Heimniederlage des VfS Warstein in dieser Saison zusammen. Mit erst zwei gewonnenen, aber schon vier verlorenen Spielen gerät der Vizemeister in den Abstiegskampf hinein.


Landesliga 4: VfS 59 Warstein – TG RE Schwelm 27:29 (13:14).

„Buh“- und „Pfui“-Rufe aus dem Warsteiner Publikum: Dem Schiri-Gespann aus dem Hertener Stadtteil Scherlebeck schlägt in der Schlussphase des Spiels eine derartige Welle von Unmutsäußerungen entgegen, wie man sie in der Dreifachhalle nur selten erlebt haben dürfte.

Es steht 26:28, zu spielen nur noch anderthalb Minuten, als Joel Krischer beim Torwurf am Kreis „bedrängt wird ohne Ende“ (Kaseric), es aber keinen Freiwurf und erst recht keinen Siebenmeter gibt – und dem VfS die Chance verwehrt bleibt, bis auf ein Tor zu verkürzen.

Es folgt quasi eine Zweitbestrafung: Trainer Kaseric richtet an die Referees die Worte, sie sollten „für beide Seiten gleich pfeifen“, was ihm umgehend eine Zeitstrafe einbringt, seinem Team die Unterzahl beschert, weil in Person von Florian Hoeck nun ein Spieler vom Feld genommen werden muss.

Als dann, nach dem alles entscheidenden 26:29 durch Rauhaus und dem nichts mehr entscheidenden 27:29 durch Schröder, die Schlusssirene ertönt, legt sich über die Handballhochburg ein Raum der Stille.

Das sechste Warsteiner Saisonspiel hinterlässt Empörung über die Schiedsrichter und Enttäuschung über die eigene Leistung zugleich.

Die Gäste, jetzt im vierten Spiel in Folge ungeschlagen, hatten sich nach der Trennung von Trainer Adnan Kulovic mit einer einzigen Trainingseinheit, in der mit einem harzfreien Ball die Bedingungen in der Warsteiner Halle geübt wurden, so gut vorbereitet, dass sie den Hausherren in der Anfangsphase etwas vormachen konnten: das Torewerfen.

Ehe der VfS durch Nils Schmidt zum ersten Treffer kam, waren sechs Minuten und 21 Sekunden Spielzeit verstrichen und sechs Angriffsaktionen vergeben worden. Auch nach dem 1:3 blieb die Fehlerquote im Angriff hoch. Ein Viertel des Spiels war vorbei, da hatte Warstein noch kein drittes Tor erzielt.

Erst mit der Hereinnahme von Philip Schröder und dem sich über die Mitte kraftvoll durchsetzenden Joel Krischer ab Spielminute 14 kam Durchschlagskraft aufs Parkett. Zum 13:13 (31.) wurde erstmals der Gleichstand hergestellt, zum 23:22 (47.) durch den insgesamt sechs Mal von Rechtsaußen treffenden Simon Kraus die umjubelte Führung. Es war das einzige Mal, dass Warstein an diesem Abend vorne lag.


Trainerstimmen

Zoran Kaseric, Trainer VfS Warstein: „Wir haben am Anfang zu viel verworfen. Der Torwart von Schwelm war nicht schlecht. Auch muss man sagen, dass Schwelm eine gute Mannschaft war. Ohne Harz hat sie besser Handball gespielt. Wir sind dem Rückstand hinterhergelaufen, haben uns zur Halbzeit auf ein Tor herangekämpft. 13:14, das war in Ordnung. Wir kommen aus der Kabine, machen mit dem ersten Angriff das Unentschieden, liegen dann wieder zwei, drei Tore zurück, weil wir viel vertändelt und verworfen haben. Ich spreche nicht gerne über Schiedsrichter, eigentlich überhaupt nicht, aber das war ein bisschen einseitig. Trotz der Schiedsrichterleistung hatten wir unsere Chancen. Aber so ist es um so schwerer. In entscheidenden Momenten bekommt der Gegner Siebenmeter und Zwei-Minuten-Strafen zugesprochen, wir kriegen gar nichts.“


Kevin Kliche, Trainer TG Rote-Erde Schwelm: „Dieses Spiel ohne Harz war für uns die größte Hürde. Wir hatten unter der Woche die Trainerentlassung, am Dienstag kein Training und so nur den Donnerstag, um ohne Harz zu trainieren. Wir wussten, dass der Umgang mit dem Ball ein ganz großer Faktor sein wird. Das hat erfreulicherweise richtig gut funktioniert. Wir hatten von Warstein die Positionen Halblinks, Mitte und Halbrechts als Strippenzieher stark auf dem Fokus. In der ersten Halbzeit ist es uns gelungen, die nicht so zum Zuge kommen zu lassen. Deshalb sind wir zum 7:2 gut weggekommen. Dann hat die Rückraumachse Warsteins doch die Lücken gefunden. Das war die Halbzeitansprache bei uns, da den Faden wieder zu finden, enger zu stehen und die Lücken zu schließen.“


Statistik

Landesliga 4: VfS Warstein – TG Rote-Erde Schwelm 27:29 (13:14).

Torfolge: 0:3 (6.), 1:3 (7.), 2:7 (14.), 6:9 (19.), 8:12 (22.), 9:13 (25.), 11:13 (27.), 14:14 (31.), 15:17 (34.), 16:19 (35.), 19:19 (39.), 21:22 (46.), 23:22 (47.), 23:25 (50.), 24:27 (55.), 25:27 (56.), 25:28 (57.), 26:28 (57.), 26:29 (60.).

Zuschauer: 180.

Schiedsrichter: Kai-Martin Dehmelt (Herten), Frank Röhle (Bochum) vom Handball Westfalia Scherlebeck.

Siebenmeter: VfS 4/2, TG 6/4. Zeitstrafen: VfS 7, TG 4.

Rote Karte: Tobias Fleischhauer (52./TG), dritte Zeitstrafe.

VfS: Hendrik Hilwerling (1. - 40.), Niklas Schmidt (40. - 60.) im Tor; Lars Schmidt (6), Joel Krischer (6/2), Simon Kraus (6), Philip Schröder (5), Florian Hoeck (2), Jonas Schmidt (1), Nils Schmid(1), Jannik Becher, Maximilian Rüther, Jannes Goldbach (n.e.), Jannis Luca (n.e.), Adam Mir (n.e.).

TG: Steinbach, Lache im Tor, Brockhaus (8/2), Pruefer (7/2), Rauhaus (6), Wohlgemuth (3), Fleischhauer (2), Lazaridis (2), Morguet (1), Köhrer, Ranke, Wernscheid.


Souveräner Derby-Sieg des VfS in Arnsberg


Warstein Trotz des Fehlens der Leistungsträger Jan Clewing, Jan Grotenhöfer und Philipp Wiggeshoff sowie mit einigen angeschlagenen Akteuren im Aufgebot errangen Warsteins Nachwuchshandballer im Kreisderby ungefährdet ihren fünften Saisonsieg. Die Tabelle führen sie jetzt mit 10:0 Punkten souveräner denn je vor dem geschlagenen Rangzweiten TV Arnsberg (6:4 Punkte) an.


Männliche A-Jugend, Kreisliga: TV Arnsberg – VfS 59 Warstein 26:39 (9:16).

Die 1:0-Führung des Gastgebers beantworteten die Warsteiner mit einem 5:0-Lauf, zweimal durch den stark aufspielenden Bornemann sowie Kirchhoff vom Kreis, Erwes und Heppelmann über Tempogegenstöße zum 1:5 (6.). Warstein agierte gut in der Deckung, zahlreiche Würfe der Arnsberger entschärfte Hannes Stollberg im Tor mit Paraden. Vorne netzte Rückraumspieler Adam Mir drei Mal erfolgreich ein, Arnsberg sah sich beim Stand von 3:9 (14.) zur Auszeit gezwungen.

Warstein blieb unbeeindruckt: Stollberg parierte einen Siebenmeter, Mir und Goalgetter Jannes Goldbach erhöhten auf 3:12 (19.)

„Drei Gegentore in 20 Minuten – das war eine starke Defensivleistung unserer Jungs und sorgte von Anfang an für klare Verhältnisse“, so Trainer Tobias Clewing.

Warstein schaltete einen Gang zurück, haderte mit einigen Schiedsrichterentscheidung und leistete sich im Angriff ein paar einfache Fehler. Die Folge: Ungewohnt lange über fünf Minuten blieb man ohne Torerfolg. Zur Pause stand dennoch ein komfortabler Sieben-Tore- Vorsprung von 9:16.

Nach dem Wiederanpfiff startete Warstein hoch motiviert. Mir, Bornemann und Goldbach trafen nach Belieben zum 12:21. Warstein leistete sich weitere vier torlose Minuten, ehe der mittlerweile im Feld eingesetzte Hannes Stollberg sowie Goldbach bis zur 48. Minute für einen Vorsprung von zehn Toren sorgen (21:31). Warstein zog das Tempo nochmals an, blieb in den Abschlüssen konsequent und belohnte seine gute Leistung mit einem deutlichen 26:39-Derbysieg.

„Wir mussten viel durchwechseln, hatten aber gar nicht viele Optionen, denn einige Spieler waren angeschlagen. Dennoch haben wir das Spiel von Anfang an dominiert und souverän den Derbysieg geholt“, zeigten sich die Trainer Tobias Clewing und Christoph Martin zufrieden mit ihrer Mannschaft.

VfS: Hannes Stollberg (1. Halbzeit im Tor/4), Marian Martin (2. Halbzeit im Tor), Jannes Goldbach (12), Adam Mir (7/1), Justus Kirchhoff (3), Luis Heppelmann (2), Civan Aslan, Simon Buxot, Max Bornemann (8), Leonard Kraß (1), Julian Erwes, Thilo Kariotis.

Soester Anzeiger, 06.11.2023, Text: Harald Struff, Fotos: Rebecca Struff, Anna Clewing, Lion Hildebrandt



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