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32:24-Heimsieg vor über 300 Zuschauern



Warstein –  „Oh, wie ist das schön. So was hat man lange nicht geseh´n!“ Die Warsteiner Fans erheben sich am Ende des 19. Spieltages, der am Samstag ein außergewöhnlicher Handballabend ist. Vor der beeindruckenden Kulisse von über 300 Zuschauern, der VfS meldet „ausverkauftes Haus“, feiern die Hausherren einen eindrucksvollen 32:24-Sieg über den Tabellenzweiten und Titelanwärter aus Herdecke, der seine vierte Saisonniederlage kassiert.


Landesliga 4: VfS 59 Warstein – HSG Herdecke/Ende 32:24 (11:14).

Nach einem Oh- wie-schön sah es gegen Herdecke eine Halbzeit lang nicht aus. Warstein hatte Schwierigkeiten, auf der linkten Abwehrseite die Zuspiele des quirligen Olivier Niederquell auf den Herdecker Topgoalgetter Gero Neuhoff zu unterbinden, musste sich gegen die defensive 6-0-Deckung der HSG die eigenen Torerfolge zudem mühsam erarbeiten. In der Folge lag der VfS mit bis zu vier Toren (10:14/27.) im Hintertreffen.


Zur zweiten Halbzeit ging Niklas Schmidt für Hendrik Hilwerling ins Tor – es sollte der einzige Spielerwechsel der gesamten Partie in Warsteiner Reihen sein, ließ das Trainerteam Zoran Kaseric/Tobias Nagel doch die erste Sechs auf dem Feld komplett durchspielen. „Verschnaufpausen“ gab´s nur bei Zeitrafen, eine für Lars Schmidt (27.), deren zwei für Philip Schröder (32./57.).

Wer einen konditionellen Einbruch bei auch nur einem einzigen der VfS-Akteure erwartet hatte: Keine Spur!

„Wenn du Erfolgserlebnisse hast als Mannschaft, verbrauchst du nicht so viel Kraft“, analysierte Kaseric den zweiten Durchgang, in dem seine Mannschaft nun die Oberhand gewann – auch dank mehrerer Paraden von Keeper Schmidt. Linksaußen Florian Hoeck warf zum 16:16 (37.) den erstmaligen Ausgleich seit der Frühphase des Spiels (1:1/2.) heraus, Philip Schröder zum 18:17 (40.) die erstmalige Führung.



Nach Doppelschlägen von Hoeck zum 21:19 (45.) und Schröder zum 23:20 (47.) nahm Herdeckes Trainer Stefan Rust in einer Auszeit (47.) eine Taktikänderung vor. Er probierte es mit Maxi Rust als vorgezogenem Abwehrspieler, mit Gero Neuhoff als kurze Deckung gegen Lars Schmidt. Alles vergebens: „Wir sind lange bei der 6-0-Deckung geblieben. Irgendwann muss man mal aufmachen – und dann regnet es schon mal hinten rein...“

Der unentwegt antreibende Joel Krischer holte mit Kraftakten gegen die HSG-Deckung Siebenmeter heraus, verwandelte sie selbst (25:20/49., 26:21/51.). Auf Linksaußen erwies sich Florian Hoeck als vortrefflicher Schütze, standen für ihn am Ende sieben Torerfolge zu Buche. Als es so gut lief, traf von Rechtsaußen auch endlich Simon Kraus, der im ersten Durchgang für einen Treffer sechs Anläufe benötigt hatte.

„Wer Meister werden will, der muss in Warstein gewinnen“, sagte Benedikt Furmaniak, Sportlicher Leiter Herren, nach der Schlusssirene und warf damit schon einen Blick auf den 13. April, wenn mit Spitzenreiter Westfalia Halingen der nächste Titelkandidat kommt.


Statistik

Torfolge: 1:3 (3.), 5:9 (13.), 9:10 (18.), 9:12 (22.),10:14 (27.), 12:14 (31.),16:16 (37.), 18:19 (42.), 21:19 (45.), 21:20 (46.), 25:20 (49.), 27:21 (53.), 29:22 (55.), 30:23 (56.), 31:24 (58.).

Schiedsrichter: Kai Moneck (Ahlener SG), Maik Störmer (ASV Hamm).

Zeitstrafen: VfS 3, HSG 2. Siebenmeter: VfS 4/4, HSG 6/6.

VfS: Hendrik Hilwerling (1. - 30.), Niklas Schmidt (31. - 60.) im Tor; Lars Schmidt (8), Florian Hoeck (7), Joel Krischer (6/4), Philip Schröder (5), Jonas Schmidt (3), Simon Kraus (3), Adam Mir (n.e.), Jannis Luca (n.e.), Jannik Becher (n.e.).

HSG: Lukas Mehlwitz, Stefan Goldkuhle (im Tor), Gero Neuhoff (11/6), Felix Drescher (5), Maximilian Rust (3), Niklas Rust (2), Oliver Niederquell (2), Luca Dannemann (1), Luc Herold, Tim Förster, Max Wettläufer, Yannik Matthee, André Jung.


Trainerstimmen

Zoran Kaseric, Trainer VfS Warstein: „Wir haben in der Halbzeitpause angesprochen, dass noch alles offen ist. Wir liegen nur drei Tore zurück und müssen weiter an uns glauben – und unser Torquote verbessern. Wir haben in der ersten Halbzeit gegen den Keeper von außen halbhoch geworfen, danach, als wir mit Aufsetzern geworfen haben, hat es besser geklappt. Auch kamen aus dem Rückraum bessere Würfe. Wir haben uns in der Abwehr besser bewegt und als Verbund verschoben. Das alles hat in der zweiten Halbzeit besser geklappt als in der ersten. Ich hatte so ab der 45. Minute das Gefühl, dass von den Herdeckern nicht mehr so viel kam. Wir haben uns in einen kleinen Rausch gespielt, schöne Tore gemacht und im Endeffekt auch in dieser Höhe verdient gewonnen.“



Stefan Rust, Trainer HSG Herdecke: „Wir sind in der zweiten Halbzeit eingebrochen. Wir haben in der ersten Halbzeit gut verteidigt und nur elf Gegentore kassiert. Wir sind in der zweiten Halbzeit mit der aggressiven Deckung der Warsteiner nicht klar gekommen. Die Schiedsrichter haben es genauso laufen lassen, natürlich auch entsprechend bestraft. Aber anscheinend war das ein Tacken zu hart für uns. Dann hat uns im Angriff auch das Selbstvertrauen gefehlt, da hinzugehen, wo man hingehen muss, um Tore zu werfen. Da kam einfach zu wenig Druck von uns im Angriff. Und in der Abwehr haben wir dann auch den Faden verloren. Warstein hat heute auf allen Positionen Tore gemacht. Die Löcher, die in der zweiten Halbzeit entstanden, konnten wir nicht mehr stopfen.“



Soester Anzeiger, 18.03.2024, Text: Harald Struff, Fotos: Rebecca Struff + Lion Hildebrandt


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