36:30 Niederlage .Ein mehr als enttäuschender Auftritt der Warsteiner!


Sundern - Nach Siegen über die Topteams aus Herdecke und Attendorn fuhren die Bezirksliga-Handballer des VfS Warstein eigentlich als „Mannschaft der Stunde“ nach Sundern, aber diese Bezeichnung hat sich nach einer derben, in dieser Form nie und nimmer erwarteten Pleite beim Neuling erledigt. Immerhin konnte, was zwischenzeitlich fraglich war, der direkte Vergleich gewonnen werden, besteht nur noch äußerst theoretisch Abstiegsgefahr.

Handball-Bezirksliga Südwestfalen: HV Sundern – VfS Warstein 36:30 (18:12). Seine Einschätzung, dass die zweiwöchige Osterpause seiner Mannschaft gut getan habe, dürfte VfS-Trainer Dominik Baack nach dieser Lehrstunde revidieren. Alle Tugenden, die das Team in den vorangegangen drei Spielen ausgezeichnet hatten, waren in der kleinen Gymnasium-Halle wie weggeblasen. Vor allem die Abwehr, das eigentliche Warsteiner Prunkstück, verdiente diesen Bezeichnung nicht, ließ sich durch die quirligen und variantenreich angreifenden Sunderaner ein ums andere Male austricksen. Obwohl der erkrankte Frank Schaden als Coach fehlte, spielte der im Hinspiel noch völlig chancenlose HVS extrem selbstbewusst auf, übernahm sofort die Initiative und setzte die Gäste mit seinen schnellen Kombinationen und wuchtigen Würfen unter Druck. Der genesene Mittelmann Thomas Maassen strahlte bei seinem Comeback zwar zunächst keine Torgefahr aus, lenkte aber geschickt das Spiel und setzte seine dynamischen Nebenleute, allen voran Goalgetter Chris Spielmann, geschickt in Szene.

Zudem profitierten die Hausherren von der schlechten Wurfauswahl des VfS, konnte der reaktionsschnelle Schlussmann Marco Bies etliche Rückraumwürfe des leicht angeschlagenen Lars Schmidt entschärfen. Die rechte Angriffsseite der Gäste mit Jannik Becher und Simon Kraus, dem zwei Treffer wegen Kreisberührung abgepfiffen wurden, kam ebenfalls nicht in Fahrt, so dass aus dem zunächst noch überschaubaren Rückstand Mitte der ersten Hälfte ein 4:10 wurde. Warstein kam zwar durch einen Zwischenspurt und schöne Treffer von Linksaußen Florian Hoeck auf 10:7 und sogar 11:9 heran, doch die Hoffnungen der mitgereisten Fans auf eine Wende erfüllten sich nicht. Vielmehr zahlte sich bei Sundern das intensive Wechselspiel aus, verbuchten Youngster Lukas Grote und Simon Raffenberg eine optimale Ausbeute und verhalfen ihrer Mannschaft zu einem 18:12-Pausenpolster, während beim VfS die eingewechselten Talente Nils Schmidt und Marvin Becher nicht zündeten. VfS-Coach Baack probierte es nach dem Seitenwechsel mit Kevin Hau am Kreis und beorderte überraschen Marius Heppe auf den rechten Flügel, Zudem bekam Jonas Schmidt Einsatzzeit im Rückraum, die er letztlich mit der persönlichen Bestmarke von sechs Treffern nutzte. Zudem durchbrach Jannik Becher als erster Warsteiner die 100-Tore-Marke. Das blieben aber die einzigen positiven Aspekte, denn an der Dominanz der deutlich ballsichereren Sunderaner änderte sich nichts.

Rote Karte wegen Tätlichkeit, Constantin Pieper VfS 59 Warstein

Als in der 41. Minute Pieper und Spielmann heftig aneinander gerieten, was letztlich mit einer Roten Karte wegen Tätlichkeit für Pieper endete, während Spielmann mit einer Zeitstrafe davonkam, war das Match beim Stande 25:17 schon gelaufen. Der HVS konnte sich sogar bis auf zehn Tore absetzen (34:24), ehe Warstein von Spielmanns dritter Zeitstrafe profitierte und mit einem 5:0-Lauf durch Kraus und J. Schmidt den Rückstand halbierte. Das konnte die Enttäuschung über die Niederlage, durch die man in der Tabelle wieder hinter Arnsberg rutschte, allerdings nicht dämpfen.

HVS: Bies, Spielmann (8/2), Raffenberg (5), Waelter (5), Maassen (5/3), Grote (4), Schindler (3) Hemsath (2), Brechmann (2), Lammert (2), Rapude, Beste.

VfS: Nik. Schmidt, J, Becher (6), J. Schmidt (6/1), Hoeck (5), Wiley (5/2), Kraus (2), Heppe (2), L. Schmidt (1), Hau (1), Mies (1), M. Becher (1), Nils Schmidt.

Schiedsrichter: Hellwig/Muschkiet (Witten). Siebenmeter: HVS 3/2, VfS 2/2. Zeitstrafen: HVS 5, VfS 3. Rote Karten: Pieper (41., mit Bericht), Spielmann (49, 3x2), L. Schmidt (55., 3x2). Zuschauer: 120.

Spielfilm: 3:2 (4.), 6:4 (10), 10:4 (13.), 10:7 (15.), 12:10 (23.), 16:22 (28.), 18:12 (HZ), 20:15 (35.), 23:16 (39.), 27:21 (45.), 30:21 (47.), 34:24 (53.), 34:28 (57.).

HVS-Interimstrainer Milan Vucic: „Wir wollten unbedingt unsere Heimstärke demonstrieren und einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen, das ist uns hervorragend gelungen. Wir haben sehr viel gewechselt und darauf gebaut, dass wir konditionelle Vorteile haben würden, wenn wir permanent aufs Tempo drücken. Ganz wichtig war das gute Zusammenspeil unserer Abwehr mit dem Torwart. So konnten wir viele Bälle abwehren und unsere Stärken im Konterspiel ausnutzen. Wir haben aber auch im aufgebauten Angriff überzeugt. Mein Torwartkollege Bies hat ein Sonderlob verdient.“

VfS-Trainer Dominik Baack: „Hätte man mir vor dem Spiel gesagt, dass wir 30 Tore werfen, hätte ich das als Sieggarantie angesehen, aber leider haben wir unsere Defensivqualitäten diesmal überhaupt nicht zeigen können. Eine Erklärung dafür, dass wir so leicht auszuspielen waren und die Deckung unseren Keeper derart im Stich lassen würde, habe ich nicht, denn wir waren ja personell optimal aufgestellt. Lars Schmidt hat man seien Handverletzung angemerkt, aber auch die anderen Rückraumspieler konnten bis auf den in Halbzeit zwei aufdrehenden Jonas Schmidt nicht überzeugen. Alles in allem war es ein enttäuschender Auftritt, der so gar nicht zu unseren Leistungen vor Ostern passt. Jetzt müssen wir eben gegen Gevelsberg II die letzten Zweifel am Klassenerhalt zerstreuen.“

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