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19:37-Pleite zum Saisonstart



WarsteinBitterer Saisonstart für die Landesliga-Handballer des VfS Warstein. Beim RSV Eiserfeld-Siegen kassierten die stark ersatzgeschwächten Schützlinge von Trainer Zoran Kaseric die seit Jahren höchste Niederlage.

Landeliga 4: RSVE Siegen – VfS 59 Warstein 37:19 (19:7). Der VfS war die mit rund 100 Kilometern weiteste Anreise der Saison schon mit einem mulmigen Gefühl angetreten, denn der Feldspielkader schrumpfte durch den kurzfristigen Ausfall von Maximilian Rüther weiter zusammen. Gerade mal auf zwei Auswechselspieler konnte Kaseric bauen, während sein Siegener Kollege Caslav Dincic eine volle Bank präsentierte. Was noch schwerer wog: Die Rückraumschützen Lars Schmidt (Daumenverletzung) und Philip Schröder (Knieprobleme) waren nicht voll belastbar. Insbesondere der Halblinke Lars Schmidt, erfolgreichste Torjäger der Landesliga 4 in der vergangenen Saison, plagte sich mit erheblichen Schmerzen und musste nach einigen Kurzeinsätzen schließlich ganz darauf verzichten, das reizvolle Duell mit Eiserfelds Goalgetter Nils Büttner, der ihn zu bewachen hatte, fortzusetzen.


Warsteins Taktik, mit langen Ballpassagen die Aufmerksamkeit der aggressiven Siegener Abwehr zu senken, ging in der Startphase durchaus auf. Jonas Schmidt, Schröder und Linkshänder Jannik Becher verhalfen den Gästen zu einer 1:3-Führung (4.). Anschließend vergab Nils Schmidt einen Strafwurf, aber dafür zeigte sich Becher von seiner besten Seite, wuchtete die Kugel zum 3:4 in die Maschen und glich zum 5:5 (13.) aus.

Noch sprach alles für eine spannende Auseinandersetzung, aber die Hausherren reagierten auf den aus ihrer Sicht verpatzten Start. Dincic richtete seine Deckung noch offensiver aus – und zwang die Gäste zu schwierigen Abschlüssen oder ungenauen Zuspielen, die eine Reihe von Gegenstößen zur Folge hatten. Nur sechs Minuten benötigten die Hausherren für einen 6:0-Lauf zum 11:5.

Kaseric nahm eine Auszeit, um den RSVE zu stoppen, aber nach Bechers schon viertem Treffer ging es weiter nur Richtung VfS-Keeper Niklas Schmidt, der sich immer wieder frei vor ihm auftauchenden Spielern gegenübersah. Acht Tore erzielten Büttner und Co., das 19:7 durch Florian Hoeck blieb somit eine Randnotiz auf dem Weg in die Kabine, wo Kaseric versuchte, seine verunsicherte und überforderte Mannschaft aufzurichten.





Die zweite Hälfte konnte nur unter dem Motto Schadensbegrenzung stehen, aber die beiden ersten Treffer gingen wieder auf das Konto der Siegener. Immerhin taute jetzt Schröder auf, kämpfte erfolgreich gegen seine Harzball-Probleme an und war am Ende mit sechs Treffern der wirkungsvollste VfS-Schütze.

An der Dominanz der Siegerländer änderte dies aber nichts. Dincic konnte es sich erlauben, den angeschlagenen Büttner auf die Bank zu setzen, denn wie beim 28:18 in Hohenlimburg sprangen Nico Neumann und Tim Henrich als Vollstrecker in die Bresche, nutzte zudem der 19-jährige Flügelspieler Moritz Hücking seine Chancen.











Nach 45 Minuten gab auf RSVE-Seite der erst letzte Woche verpflichtete, 36-jährige Keeper Drasko Knezevic aus Montenegro sein Debüt – er soll gleichzeitig als Torwarttrainer für den jungen Justus Graef fungieren. In der Schlussphase ließ Dincic drei A-Jugendliche aufs Parkett, was den müden Warsteinern gelegen kam. So wuchs der ohnehin schon eklatante Rückstand nicht weiter an.






Stimmen zum Spiel

Caslav Dincic, Trainer RSVE Siegen: „Wir haben da weitergemacht, wo wir in Hohenlimburg aufgehört haben. Nur in der Anfangsphase hatten wir eine paar Probleme mit dem Warsteiner Linkshänder. Aber mit der Maßgabe, noch offensiver zu verteidigen, haben wir den Spielfluss der Warsteiner empfindlich gestört und konnten über Steilangriffe, aber auch die zweite und dritte Welle einfache Tore erzielen. Natürlich kam uns entgegen, dass Warstein so dünn besetzt war und ihr bester Spieler zusätzlich ausfiel. Dadurch hatten wir leichtes Spiel. Ich konnte fleißig experimentieren.“

Zoran Kaseric, Trainer VfS Warstein: „Natürlich schmerzt es, wenn man zur Saisoneröffnung eine derartige Abfuhr hinnehmen muss. Wir haben diszipliniert begonnen, dann aber den Faden verloren und durch unplatzierte Abschlüsse den Gegner zu Kontern eingeladen. Mit dem Ausfall von Lars war endgültig klar, dass wir hier nichts mitnehmen würden. Wichtig ist, dass wir das Ergebnis richtig einordnen und jetzt nicht in Panik verfallen. Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, um unsere Wunden zu lecken und uns auf das wichtige erste Heimspiel gegen Herbede zu konze


Statistik

RSV Eiserfeld-Siegen – VfS 59 Warstein 37:19 (19:7).

Torfolge: 1:3 (4.), 5:5 (13.), 11:5 (20.), 19:6 (29.), 19:7 (HZ), 23:10 (42.), 27:10 (45.), 30:13 (51.), 34:17 (57.).

Zeitstrafen: 3/4. Siebenmeter: RSVE: 3/3, VfS: 2/1.

Schiedsrichter: Twesten/Twesten.

RSVE: Graef (45. Knezevic) im Tor; Neumann (8/2), Büttner (6), Hücking (6), Henrich (5), Wied (5), Lobpreis (2), Feierabend (2), Henrichs (1), Kiesler (1), Schürholz (1/1), Dincic.

VfS: Niklas Schmidt (31. Hilwerling) im Tor; Schröder (6), J. Becher (5), J. Rüther (3), Jonas Schmidt (2), Nils Schmidt (2/1), Hoeck (1), Luca, Lars Schmidt.



„Oldie“-Kreisläufer Sebastian Mues mit sechs Toren

Kreisliga-Reserve des VfS Warstein erzielt respektables 19:23 in Halingen


Warstein Deutlich besser als erwartet zog sich die 2. Männermannschaft des VfS Warstein zum Saisonstart in der Kreisliga bei der hoch eingeschätzten Zweitgarnitur Halingens aus der Affäre. Trainer Benjamin Kretschmer freute, dass seine Schützlinge in der Schlussphase den Rückstand bis auf vier Tore aufholen konnte.

Kreisliga: TV Westfalia Halingen II – VfS 59 Warstein II 23:19 (12:8). Zu dem im Vorfeld befürchteten Mini-Aufgebot kam es am Freitagabend nicht, denn Jonas Grande stand doch zur Verfügung, außerdem half „Oldie“ Sebastian Mues aus. Und das war eine schlechte Nachricht für die Halinger Abwehr, denn Mues bewies erneut, welch cleverer und abschlussstarker Kreisläufer er ist.

Nachdem Halingen wie erwartet druckvoll eröffnet hatte (4:1, 10.), gelang es den Warsteinern um Spielmacher Leon Mies, ihren ältesten Mitstreiter zu bedienen. Mit drei Treffern in Folge sorgte Mues für einen 6:6-Gleichstand (20.) und löste gleichzeitig eine Reaktion auf der voll besetzten Westfalia-Bank aus, denn dort saßen zwei Akteure aus dem Landesliga-Kader, die nun eingewechselt wurden und wesentlichen Anteil am 5:0-Lauf der Mendener Vorstädter zum 11:6 (27.) hatten.

Der VfS nutzte geschickt aus, dass die Schiedsrichter so gut wie kein Zeitspiel pfiffen, zeigte zudem eine engagierte Leistung in der Abwehr, sodass der Halinger Vorsprung nicht höher als sechs Treffer (17:11, 20:14, 23:17) wurde.

In der Schlussphase wechselte sich Kretschmer selbst ein, machte einen Siebenmeter-Fehlwurf umgehend wett. Und da auch Routinier Dominik Baack erfolgreich abschloss, reisten die Warsteiner mit einem respektablen Ergebnis nach Hause.

„Darauf lässt sich aufbauen“, meinte ein zufriedener Kretschmer, der mit Zuversicht auf die an Samstag anstehende Heimpremiere gegen Hohenlimburg II blickt.

Siebenmeter: 2/1 – 6/3.

TVH II: Antoni, Koeberich, Henke (2), Köhler (4), Wilmes (4), Hepping, L. Nicholls (4/1), K. Kissing, Saß (1), Plaschkies, Weitkowitz (1), F. Kissing (3), J. Nicholls

VfS II: Goeke, Martin (im Tor); Mues (6), Mies (3), Baack (3/1), Hohlfeld (2), Schulte (2/2), Lutter (1). Kretschmer (1), Grande (1).

Soester Anzeiger, 04.09.2023, Text: Bernd Grossmann, Fotos: Anna Clewing

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