1.Herren: "Umweg unfair und traurig". 2. Herren: Versöhnlicher Abschluss mit 45-Tore-Sieg
- 20. Apr.
- 5 Min. Lesezeit
Meisterurkunde, Trainer-Abschied und 38:28-Sieg beim VfS

Warstein – Die Glückwünsche zum Bezirksliga-Titel gab es von Staffelleiter Roland Janson höchstpersönlich:

Die Meisterurkunde überreichte er vor dem Heimspiel am Samstagabend an Kapitän Florian Hoeck und Vize-Kapitän Jannis Luca. Dazu gab´s noch ein dickes Daumendrücken für die anstehende Verbandsliga-Relegation. Janson kommentierte: „Ich finde es ehrlich gesagt unfair und auch traurig, dass die jeweiligen Meister nicht direkt aufsteigen, sondern diesen Umweg nehmen müssen. Umso mehr wünsche ich euch, auch in meiner Funktion als Spielwart des Handballkreises Iserlohn-Arnsberg, dass ihr es am Ende packt.“ Ab dem 23. Mai geht es für die Warsteiner Handballer in die ganz heiße Saisonphase. Voraussichtliche Gegner in der Relegation: TV Ennigerloh, Selbecker Turnerschaft und HSV Herbede.
Bezirksliga Mitte Männer: VfS 59 Warstein - TV Eintracht Husen-Kurl 38:28 (19:13).

Vor dem Anwurf des offiziell letzten Saison-Heimspiels in der Bezirksliga Mitte verabschiedete der VfS Warstein mit Bianca Rellecke eine echte Trainerlegende. Sie war in verschiedenen Funktionen insgesamt 35 Jahre lang für den Verein tätig. Zuletzt coachte sie die weibliche A-Jugend. Zum Abschied erhielt Rellecke als Dank Präsentkorb, Rose und zwei Eintrittskarten für die Handball-Europameisterschaft der Frauen in diesem Jahr in Polen. Spektakulär wurde es dann in der Halbzeitpause des Bezirksliga-Matches: Die Cheerleader der Lippstadt Hummingbirds zeigten dem Publikum in einer kurzen Show teils atemberaubende Kunststückchen.
So viel Elan wie die Cheerleader von der Lippe versprühten die Akteure auf dem Handballparkett in der ersten Spielhälfte über weite Strecken nicht. Es war ein zähes Ringen – gerade in der Anfangsphase. Der noch abstiegsbedrohte Gast aus Dortmund durfte sich erst in der zehnten Spielminute über seinen ersten Torerfolg freuen. Bis dahin hatten Max Bornemann (2) und Joel Krischer (per Siebenmeter) den Meister aus Warstein 3:0 in Führung geworfen. Eklatant auf beiden Seiten war die Abschlussschwäche. Viele Hundertprozentige wurden im ersten Durchgang versiebt, aber auch, weil beide Torhüter einen starken Part ablieferten.
Nach dem „besonderen Schmankerl“ (Hallensprecher Matthias Sellmann) in der Halbzeitpause durch den Auftritt der Hummingbirds, sahen die Zuschauer im zweiten Spielabschnitt wesentlich mehr Action auf beiden Seiten. Warstein baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Abschütteln und distanzieren konnte man den Gegner aus Dortmund aber erst in den Schlussminuten. Am Ende stand aus Warsteiner Sicht noch einmal ein Zehn-Tore-Erfolg zu Buche, mit dem die anschließende Meistersause zünftig gefeiert wurde.
Eine Verschnaufpause wollen sich Warsteins Handballer, wenn überhaupt, nur kurz gönnen. Vom 8. bis 10. Mai steht noch die Mannschafsfahrt an, ehe der volle Fokus auf die Relegationsspiele gelegt werden soll. VfS-Trainer Zoran Kaseric ist guter Dinge, dass seine Truppe dann ab dem 23. Mai, wenn es ans Eingemachte geht, voll bei der Sache ist. Als Erstes steht für den Meister der Bezirksliga Mitte, den VfS Warstein, ein Auswärtsspiel beim Meister des Kreises Hellweg an – in diesem Fall wäre dies der TV Ennigerloh, der am Wochenende die Soester Reserve mit 30:26 bezwang.
Trainerstimmen: „Eine fantastische Saison“
Zoran Kaseric (VfS 59 Warstein): „Es war eine fantastische Saison – aber sie ist noch nicht zu Ende. Vom 8. bis 10. Mai sind wir auf Mannschaftsfahrt. Danach richtet sich der volle Fokus auf die anstehende Relegation. Mal gucken, ob wir zwischendurch noch ein Testspiel bestreiten. Es ist unverständlich, dass die Meister aus den jeweiligen Staffeln nicht direkt aufsteigen. Wenn wir komplett sind und sich vorab keiner verletzt, sehe ich gute Chancen für uns, dass wir den Aufstieg packen.“
Dennis Brenscheidt (TV Husen-Kurl): „Wir sind selber schuld, dass wir in diese Situation geraten sind. Wir hatten so viele Matchbälle – auch im Hinspiel gegen Warstein war ein Sieg locker drin. Ich habe kein Recht, mich über andere Mannschaften zu beschweren, wenn wir es selbst nicht hinkriegen. Das Ergebnis heute ist schon sehr deutlich, zu deutlich in meinen Augen. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir viele Fahrkarten produziert. Da kann es zur Pause auch ganz anders stehen. Wir müssen den Abstiegskampf voll annehmen und nächste Woche im Heimspiel gegen Villigst-Ergste II unbedingt punkten.“
Statistik
Torfolge: 3:0 (8.), 7:2 (14.), 10:6 (18.), 14:8 (23.), 16:10 (26.), 19:13 (30.); 22:15 (34.), 25:20 (42.), 28:23 (45.), 30:25 (49.), 36:27 (58.), 38:28 (60.).
Siebenmeter: VfS 7/7, TVE 3/5.
Zeitstrafen: VfS 5 / TVE 5.
Schiedsrichter: Sascha Benninghoff (HVE Villigst-Ergste).
Zuschauer: 280.
VfS: Göke (1.-30.), Stollberg (ab 31.) - Enste (1), Schulte (1/1), Goldbach (4/3), J. Schmidt (1), Krischer (5/3), Kraus (2), J. Rüther (6), Mir (4), Bornemann (6), Hoeck (2), Schill (1), Schröder (3), Luca (2).
TV: Kemna (1.-30.), Rapkay (ab 31.) - Schultz, R. Krohne (1), K. Krohne (2), Rediger (3), Velmeden (1), R. Albert (3), Gonsior (7), Maurer (5/3), Brenscheidt (6), Rademacher.
VfS-II-Trainer Martin: „Die Saison war definitiv eine Herausforderung“

Warstein – Versöhnlicher Abschluss einer laut Trainer Christoph Martin „herausfordernden Saison“: Die 2. Männermannschaft des VfS Warstein verabschiedet sich mit einem 45:33-Kantersieg über die SG Iserlohn-Sümmern aus der Kreisliga-Spielzeit 2025/2026. „Wir haben gezeigt, dass wir individuell nicht die schlechteste Mannschaft in dieser Spielklasse sind“, freute sich Martin.
Kreisliga Iserlohn/Arnsberg Männer: VfS 59 Warstein II - SG Iserlohn-Sümmern 45:33 (22:16).
Dass die Warsteiner nicht mehr absteigen können, weil es sportlich keinen Absteiger gibt, hatte sich im Vorfeld des letzten Saisonspiels natürlich herumgesprochen. Ein lockeres Austrudeln war die Partie gegen die auf Tabellenplatz sieben stehenden Gäste aber keineswegs. „Man hat auch heute gesehen, dass es Schritt für Schritt vorangeht“, freute sich Coach Martin nicht nur über die Saisonpunkte sieben und acht, sondern vielmehr darüber, dass gerade die jungen Spieler sich zeigten und mutig auftraten. So markierte beispielsweise Linkshänder Ciaran Radin im abschließenden Match von Rechtsaußen vier sehenswerte Treffer.
Unterstützt wurde die VfS-Reserve gegen Iserlohn-Sümmern von Philip Schröder und Jannes Goldbach aus dem Bezirksliga-Kader. „Beide hatten Bock, mitzuzocken. Für mich ist das dann eher ein Luxusproblem“, erklärte Martin.
Die Gastgeber fanden gut rein ins Spiel. Zwischenzeitlich liefen sie dann aber einem Rückstand hinterher, ehe sie sich zur Pause eine Sechs-Tore-Führung erarbeiten konnte. Sebastian Mues setzte mit dem 22:16 den Schlusspunkt unter die erste Spielhälfte.
Auch im zweiten Durchgang drückten beide Mannschaften das Gaspedal weiter durch. Es entwickelte sich ein munteres Scheibenschießen. Am Ende fiel der Warsteiner Sieg überaus deutlich aus und war auch hochverdient.
Christoph Martin bilanzierte: „Die Saison war definitiv eine Herausforderung. Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass gerade die jungen Spieler sich in den letzten Wochen immer mehr zugetraut haben. Ich nehme mit, dass die Jungs richtig Bock haben und sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.“ Noch offen ließ Martin, wie es dann ab Sommer weitergeht: „Wir sind noch in der Findungsphase, führen aktuell Gespräche. Man muss ja auch sehen, welche Spieler weiter zur Verfügung stehen.“
VfS II: Tonne im Tor; Lutter (2), Goldbach (7), Grotenhöfer (2), Schulte (2/1), Heppelmann (3), Enste (9), Radin (4), Schill (1), Dubrau, Schröder (9), Aslan (3), Buxot, Schmücker, Mues (3), Sellmann.
Soester Anzeiger, 20.04.2026, Text + Fotos: Thorsten Heinke






















Kommentare