1.Herren: Meisterball des VfS Warstein. Damen: "Echt gekämpft"
- 16. März
- 4 Min. Lesezeit
VfS Warstein feiert mit 15. Saisonsieg Titelgewinn in der Bezirksliga

Warstein – Der Deckel ist drauf, und das schon am drittletzten Spieltag der Saison 2025/26! Die Handballer des VfS Warstein machen in der Bezirksliga ihr Meisterstück, feiern den Titelgewinn mit einem 42:36-Torfestival in der heimischen Dreifachturnhalle gegen den abstiegsbedrohten SC Huckarde-Rahm. In der Ende Mai startenden Relegation soll die eigentliche Krönung der Saison noch folgen: Aufstieg zur Verbandsliga. Zuvor steht die Kaseric-Truppe bei den letzten beiden Meisterschaftsspielen in Höchsten (21. März) und daheim gegen Husen-Kurl (18. April) in der Pflicht, den Abstiegskampf nicht negativ zu beeinflussen. „Bis jetzt war es eine fantastische Reise mit euch“, hob Benjamin Kretschmer aus der sportlichen Leitung des VfS nach Spielende über die Hallenmikrofone in Richtung der Mannschaft hervor. Die Fans stimmten lautstark mit ein – und wollen mehr!
Bezirksliga Mitte, Männer: VfS 59 Warstein - SC Huckarde-Rahm 42:36 (24:16).
Meisterball in Warstein: Die gemischte E-Jugend des Handballvereins (sie hat gerade souverän mit 32:0-Punkten die Ziellinie als Kreisliga-Titelträger überquert) lief am Samstagabend gemeinsam mit der 1. Männermannschaft des VfS unter tosendem Applaus ein. Was ein Moment für die Jungs und Mädels in Rot und Schwarz. „Vielleicht erleben wir ja heute noch einen Meister“, unkte da schon Hallensprecher Daniel Kunze in freudiger Erwartung. Er sollte recht behalten! Allerdings waren bis zur Meisterfeier noch 60 harte Minuten zu gehen.
Hart wurden sie, weil die VfS-Spieler sich teilweise selbst im Weg standen. Oft wurde zu lasch verteidigt – 36 Gegentore gegen ein Kellerkind wie Huckarde-Rahm sind für einen Meister zu viel. Doch Trainer Zoran Kaseric sah nachher über die Defensivschwächen hinweg. Erfreuen tat er sich vielmehr an der Angriffsleistung seines Teams, und das, obwohl mit den verletzten Jannes Goldbach und Philip Schröder wichtige Leistungsträger fürs Saisonfinale geschont wurden.

Florian Hoeck, Adam Mir und der in den letzten Wochen extrem formstarke Joel Krischer legten eine schnelle 3:0-Führung für den Favoriten vor. Das Tempo konnten die Warsteiner zwar halten, doch verpassten sie es durch eine zu löchrige Deckung, sich schon in den Anfangsminuten abzusetzen. Dies gelang erst wieder Mitte des ersten Durchgangs, als Joel Krischer (2) und Adam Mir das Ergebnis auf 14:9 schraubten (19.). Bis dahin hatten die Gäste ein gutes Auswärtsspiel hingelegt und ließen sich auch vom Acht-Tore-Rückstand zur Pause nicht entmutigen.

Zwar kam auch in der zweiten Halbzeit nicht das Gefühl auf, die Warsteiner könnten die Partie aus der Hand geben, doch richtig souverän war der Meister über weite Strecken nicht unterwegs. Maximilian Rüther mit seinem ersten Ballkontakt besorgte die 27:19-Führung (39.). Erstmals zweistellig (32:22) wurde es in der 43. Minute, als wieder einmal Joel Krischer zur Stelle war. Sein Adlerauge hatte kurz zuvor Keeper Hannes Stollberg bewiesen, als er Max Bornemann mit einem langen Pass mustergültig auf dem Weg zum Torerfolg bediente. Der schönste Treffer beim 15. Warsteiner Saisonsieg: Adam Mir traf per Kempa-Trick nach Hoeck-Zuspiel zum 41:32 (55.).
Der Rest des Abends: eine Meistersause.
Trainerstimmen: „Fühlt sich gut an“
Zoran Kaseric (VfS 59 Warstein): „Klar fühlt sich das gut an, vorzeitig Meister zu sein, was aber nicht heißen soll, dass wir die restlichen beiden Spiele abschenken werden. 36 Gegentore heute sind eindeutig zu viel. Alles was zwischen 25 und 28 liegt, ist in Ordnung. Diesbezüglich müssen wir uns in den nächsten Spielen wieder deutlich steigern. Heute kann ich aber mal ein Auge zudrücken.“
Sebastian Kreth (SC Huckarde-Rahm): „Gefühlt war es von beiden Seiten ein Spiel ohne Abwehrreihen. Es war dann irgendwann ein offenes Visier. Ich kann mit dem Spiel und der Leistung meiner Mannschaft zufrieden sein. Wir haben alles noch in eigener Hand. Worüber man natürlich sauer und auch angefressen sein kann, ist die Tatsache, wie eine Mannschaft aus Menden, die so weit oben in der Tabelle steht, die Spiele plötzlich so deutlich verliert. Ich finde es schade, weil das wirklich nichts mehr mit Sportsgeist zu tun hat.“
Statistik
Torfolge: 3:0 (4.), 5:5 (11.), 10:9 (16.), 14:9 (19.), 17:12 (22.), 21:14 (27.), 24:16 (30.); 28:20 (38.), 32:22 (43.), 38:30 (52.), 41:34 (56.), 42:36 (60.).
Siebenmeter: VfS 3/3, SC 3/3.
Zeitstrafen: VfS 4 / SC 3.
Schiedsrichter: Von Künßberg/Sipp (Arnsberg/Ruhrtal).
Zuschauer: 220.
VfS: Stollberg, Göke (ab 47.) im Tor; Schmidt (2), Krischer (10/3), Kraus (5), J. Rüther (5), Mir (5), Bornemann (6), Hoeck (5), M. Rüther (2), Luca (2).
SC: Schulte, Tritt im Tor; Lang (5/3), Pauke (2), Prein (2), Kluge (1), Abken (3), Alkaya (4), Dins (3), Kus (1), Kroll (3), Grigoleit (9), Rabe (2), Maltby (1).

Trotz hoher Heimniederlage der VfS-Frauen: „Echt gekämpft“
Kreisliga Ost, Frauen: VfS 59 Warstein - DJK SG Bösperde III 25:46 (17:23).
Die bisher positive Heimbilanz (7:3 Punkte) der Handballfrauen des VfS Warstein erhielt am Samstag einen Dämpfer. Obwohl der Vorletzte VfS zunächst mithielt (7:9/14., 10:12/17., 14:16/23., 15:18/25.), ging die Partie gegen den Tabellendritten aus Menden-Bösperde am Ende deutlich verloren. Trotz der hohen Niederlage fand Trainer Tobias Stollberg lobende Worte: „Die Einstellung war super. Die Mädels haben echt gekämpft, das war gut. Egal wer: Jede hat für jede gekämpft.“ Problem, so der Coach: „Wir haben zu viele Fehler vorne gemacht. Jeder Fehler wurde wirklich bestraft. Bösperde hat verdient gewonnen, leider zu hoch. Ich hatte mir gewünscht, dass wir ein paar Tore weniger kriegen.“ Und: Während die Gäste mit einer vollen Ersatzbank durchs Match gehen konnten, war Warstein dünn besetzt – auch, weil die A-Jugendlichen auf Mannschaftsfahrt waren. Stollberg: „Die A-Jugendlichen, die uns sonst unterstützt haben, mit denen wir auch eingespielt sind, haben gefehlt. Auch unsere Langzeitverletzte Lilli Funke.“ VfS: Karin Schrewe und Ann-Kathrin Korte im Tor, Lisa Deisting (3), Rebecca Struff (4), Lisa Gößmann (6), Annabelle Luse (1), Eva-Maria Sablowski (1), Ilka Pietz (5), Katja Kieckbusch, Manja Singer-Wege (4), Milena Schrewe (1), Nadine Heinick, Pia Möller, Helen Neuhaus.
Soester Anzeiger, 16.03.2026, Text + Fotos: Thorsten Heinke + Lion Hildebrandt


























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