Zwölf Minuten Torflaute kosten VfS den Sieg gegen TV Lössel


Warstein. In der ersten Halbzeit sieht beim Heimspiel des VfS Warstein gegen den TV Lössel alles nach Wiedergutmachung aus. Doch dann gelingt nichts mehr.

Ein zwölfminütiger Blackout Anfang der zweiten Halbzeit, und die Chancen auf den sechsten Heimsieg der Saison waren dahin: Fast tatenlos schauten die Spieler des Handball-Bezirksligisten VfS Warstein am Samstagabend in eigener Halle zu, wie Aufstiegsaspirant TV Lössel – wurde lautstark durch viele mitgereiste Fans unterstützt – aus einem 10:11-Pausenrückstand eine 20:12-Führung machte und die Baack-Sieben damit komplett entnervte.

Handball, Herren-Bezirksliga Südwestfalen: VfS Warstein - TV Lössel 21:26 (11:10). Zwei Siege in Folge: Dieses Kunststück ist den Warsteinern in dieser Saison erst einmal gelungen – und dabei wird es vorerst auch bleiben. Dabei konnte man, wenn man es mit dem VfS hielt, nach der ersten Halbzeit durchaus noch Optimismus versprühen, hatten die Gastgeber in einem Spiel auf unterem Bezirksliga-Niveau dem Favoriten bis dahin doch ordentlich die Stirn geboten.

Bleibt ohne eigenen Treffer: Marvin Becher, Aushilfe aus der A-Jugend.

Vor allem Torhüter Hendrik Hilwerling war es in den ersten 30 Minuten zu verdanken, dass die Warsteiner zumindest mit der Pausensirene noch in Führung lagen. Hilwerling hielt nicht nur den ersten Siebenmeter des Spiels, sondern war auch sonst voll auf der Höhe.

Seine Vorderleute waren dies zumindest phasenweise, profitierten allerdings auch von der Lösseler Wurfschwäche.

Gastgeber mit gutem Beginn

Florian Hoeck hatte den Zeiger in der sechsten Spielminute auf 2:0 gestellt, sein Gegenüber, Simon Kraus, traf dann sogar per Doppelpack zum zwischenzeitlichen 4:1 aus Warsteiner Sicht.

Zu diesem Zeitpunkt deutete nichts daraufhin, dass die Gastgeber die Zügel derart aus der Hand geben würden. Erneut war es Hoeck, der in der 22. Minute – erstmalig in diesem Spiel – eine Vier-Tore-Führung für die Baack-Sieben herauswarf (8:4). Der VfS schien auf einem guten Weg zu sein, doch schon gegen Ende des ersten Durchgangs schlug das Pegel zusehends in Richtung Lössel aus.

Dieser Eindruck verfestigte sich dann mehr und mehr in den zweiten 30 Minuten. Warsteins Spieler waren nun komplett neben der Spur, der Gast aus Lössel erlebte zwischen der 33. und 45. Minute eine Art „Rauschzustand“ – ein 9:0 (!)-Lauf spiegelte die Kräfteverhältnisse nach der Pause deutlich wider.

Baack sieht Knackpunkt nach der Pause

Rüttelt seine Mannschaft nach dem zwölfminütigen Tiefschlaf wieder wach: Dominik Baack.

Erst als VfS-Trainer Dominik Baack die grüne Karte zückte, lief das Warsteiner Spiel wieder etwas runder, auch wenn längst verlorener Boden nicht mehr aufzuholen war. „Zumindest haben die Jungs sich nicht hängen lassen“, fand Dominik Baack nach Spielende zumindest einen Ansatzpunkt, der ihn zufrieden stellte.

Über den Rest wollte der Soester lieber den Mantel des Schweigens legen. Baack: „Die zehn, zwölf Minuten unmittelbar nach dem Seitenwechsel haben uns letztendlich das Genick gebrochen. Wir hatten bis dahin wirklich alles im Griff, haben den Gegner durch unser fahrlässiges Verhalten aber stark gemacht. Und sie haben sich dann in einen Rausch gespielt. Es war schwer, diesen zu stoppen.“

Spiel nach 45 Minuten entschieden

So trudelte die Begegnung ab der 45. Minute mehr oder weniger nur noch aus, versuchten die Warsteiner den entstandenen Schaden in Grenzen zu halten, was zumindest ein wenig gelang. Vor allem Linkshänder Simon Kraus setzte in dieser Phase auf Rechtsaußen die ein oder andere Duftmarke, war zudem Aaron Wiley gewohnt kaltschnäuzig vom Siebenmeterpunkt.

Henning Schierbaum, Coach des TV Lössel, resümierte: „Bei uns war eine gewisse Anfangsnervosität nicht zu leugnen. Heute haben wir das Spiel ganz klar in der Deckung gewonnen, was uns letzte Woche gegen Hohenlimburg nicht gelungen ist. Wir bleiben auf Tuchfühlung zu Herdecke und Ruhrtal. Dass war das Ziel. Und diese Vorgabe hat die Mannschaft, gerade in der zweiten Halbzeit, hervorragend umgesetzt.“


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