VfS Warstein kann endgültig für weiteres Bezirksliga-Jahr planen!

 

Warstein - Eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen findet aus Sicht der Handballer des VfS Warstein ein versöhnliches Ende, und das zwei Spieltage vor Schluss: Denn mit einem über weite Strecken nie gefährdeten 29:15-Heimerfolg über die HSG Gevelsberg/Silschede II wischte die Baack-Sieben endgültig alle Restzweifel am Klassenerhalt aus dem Weg. Der Soester übergibt seinen Nachfolgern Zoran Kaseric und Tobias Nagel im Sommer somit eine Bezirks-ligamannschaft. "Das war das erklärte Minimalziel", so Baack. Hungrig auf weitere Siege sind die Warsteiner aber immer noch. "Platz vier ist noch in Reichweite, dazu müsste Lössel aber noch-mal patzen. Zudem würden wir Ruhrtal am kommenden Wochenende im Derby gerne in die Meistersuppe spucken." Die SG hat am 26. Spieltag durch eine Zwei-Tore-Niederlage in Hohenlimburg eine Vorentscheidung im Titelrennen verpasst.

 

Handball Bezirksliga Herren Südwestfalen: VfS 59 Warstein - HSG Gevelsberg/Silschede II 29:15 (12:7). Die schlechten Personalnachrichten reißen bei Warstein in diesen Tagen nicht ab: Neben den ohnehin bereits bekannten Ausfällen von Philip Schröder (langzeitverletzt) und Constantin Pieper (drei Spiele gesperrt nach blauer Karte in Sundern) ist nun auch für Kreis-läufer Kevin Hau vorzeitig das Saisonende gekommen. Hau brach sich beim Abschluss-training am Freitag den Daumen der rechten Wurfhand. Nur gut, dass Trainer Baack mittlerweile auf  einen großen Topf an Spielern zurückgreifen kann. So rückte für Hau kurzerhand Dennis Rathöfer in den Kader, bildete zusammen mit Marvin Becher das wohl jüngste Kreisläufer-Duo der gesamten Bezirksliga.

 

Nach nervösem Beginn, und zwischenzeitlichem Rückstand, kamen die Warsteiner im Laufe der ersten Halbzeit immer besser in Tritt. Früh hatte sich Lars Schmidt zwar eine doppelte Zeitstrafe eingehandelt, riss sich danach aber zusammen und blieb von einer weiteren Hinausstellung verschont. Anders als Teamkollege Jannik Becher, der bis dahin eine überragende Leistung  abgeliefert hatte. Doch in der 45. Minute war für den Linkshänder - nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Gevelsbergs Giessmann - vorzeitig Feierabend, wurde er von den Unpar-teiischen mit der Roten Karte bedacht und verfolgte die Schlussphase von der Sprecherkabine aus. Trainer Dominik Baack fand den Feldverweis im Nachhinein durchaus gerechtfertigt: "Das Foul war sicherlich keine Absicht. Jannik ist mit dem Arm noch in Richtung Kopf des Gegen-spielers gegangen. Die Schiedsrichter haben mir nachher erklärt, dass sie keine andere Wahl hatten, als Rot zu zeigen. Das müssen wir akzeptieren, auch wenn es sicherlich hart ist." Eine nachträgliche Sperre aber droht Becher nicht. Zu diesem Zeitpunkt war die Begegnung in der nur spärlich besetzten Dreifachturnhalle ohnehin längst entschieden, hatte Warstein - nach besagter wackeliger Anfangsphase - mittlerweile alles im Griff und war jederzeit Herr im Haus. Von 4:4 (13.) zog der ehemalige Landesligist durch sechs Tore in Folge auf 10:4 davon, zeigte sich dabei deutlich spielfreudiger im Angriff und sattelfester in der Deckung als noch letzte Woche bei der bitteren Pleite in Sundern.

                           Garanten für den Heimsieg: Hendrik Hilwerling und Niklas Schmidt (v.l.)

 

Am positiven Gesamteindruck sollte sich auch in Hälfte zwei nicht viel ändern, auch wenn Dominik Baack mittlerweile munter durchgewechselt hatte und die Zahl an technischen Unzulänglichkeiten - aber auf beiden Seiten - nun deutlich an Schärfe zunahm. Nach der Roten Karte für Jannik Becher - beim Stande von 21 : 11 für den VfS - tat sich in der Schlussviertel-stunde bei den Gastgebern vor allem der eingewechselte Hendrik Hilwerling hervor, der nicht nur einen Siebenmeter parierte, zugegebenermaßen etwas glücklich, weil der Ball per Aufsetzer an die Unterkante der Latte sprang, sondern auch sonst mit etlichen Glanzparaden die gegnerischen Angreifer nervte. Für den Schlusspunkt zum 29:15 sorgte ein weiterer Youngster auf dem Feld: Nils Schmidt - auch wenn die Zuschauer in dieser Szene lautstark Dennis Rathöfer als Schützen gefordert hatten. Per Siebenmeter traf er zum Endstand, der die vorzeitige Rettung bedeutete.

 

VfS 59 Warstein: Niklas Schmidt (1.-46.), Hilwerling (ab 47.); J. Schmidt, Wohlmeiner, J. Becher (8/3), L. Schmidt (5), Mies (2), Kraus (3), Heppe (1), Rathöfer, Hoeck (3), M. Becher (1), Wiley (2), Nils Schmidt (4/1).

 

HSG Gevelsberg/Silschede II: Soppa (1.-40.), Scharf (ab 41.); Chaudoire, Kimmel (1), Eichhorn (1), Cramer (1), Giessmann (2), Schott (1), Viehweg, Müller (2), Priggert (2/1), Lünenschloss (5).

 

Schiedsrichter: Felix Diebecker/Jan Wiggeshoff (DJK Bösperde).

 

Spielfilm: 0:1, 2:3 (6.), 4:4 (13.), 10:4 (20.), 11:6, 12:7 (HZ); 15:7, 18:8 (39.), 21:11 (45.), 25:13 (52.), 27:15 (55.), 29:15 (60.).

 

Rote Karte: J. Becher (grobes Foulspiel an Giessmann/45.).

 

Siebenmeter: Warstein 4/6; Gevelsberg/Silschede: 1/2.

 

Zeitstrafen: Warstein 4 / Gevelsberg/Silschede: 8.

 

Zuschauer: 120.

 

Trainerstimmen:

 

Dominik Baack (Trainer VfS 59 Warstein): "Die ersten zehn Minuten war sicherlich noch etwas Sand im Getriebe. Dann aber hat sich die Mannschaft frei gespielt. Sie hat gezeigt, dass sie verteidigen kann, und auch will. Letzte Woche in Sundern, dass war reine Kopfsache. Wir haben kein spezielles Abwehrtraining in dieser Woche gemacht. Es hat oft auch mit Willen zu tun. Und diesen Willen hat jeder meiner Spieler heute an den Tag gelegt. Auch die Hereinnahmen haben gefruchtet. Es war eigentlich ein rundum gelungenes Spiel. Wir sind froh, dass das mit dem Klassenerhalt jetzt erledigt ist. Dennoch haben wir weiter Ziele. Die Jungs brennen auf das Derby nächste Woche gegen Ruhrtal. Da werde ich groß keinen motivieren müssen."

 

Joschua Schnabel (Interimstrainer HSG Gevelsberg/Silschede II; vertrat den privat verhinderten Dirk Block): "Wir haben richtig Dampf gemacht die ersten zehn Minuten, hatten einen Torwart hinten drin, der fast alles gehalten hat. Dann ist Warstein ins Rollen gekommen, hat mit sechs Toren in Folge das Spiel quasi vorentschieden. Für uns war es anschließend schwer, nochmal einen Fuß in die Tür zu bekommen - auch weil wir fast permanent in Unterzahl gespielt haben. Ich fande das Zeitstrafenverhältnis nicht gerechtfertigt. Da wurde teilweise mit zweierlei Maß gemessen. Es ändert dennoch nichts daran, dass der Warsteiner Sieg verdient ist. Wir wollen, und müssen, jetzt im Heimspiel den einen noch fehlenden Punkt zum Klassenerhalt holen. Es ist Wahnsinn, dass du zu diesem Zeitpunkt mit 26 Zählern noch nicht gerettet bist."

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