"Alle unter Schock"

 

 

Hagen. Mal wieder keine Auswärtspunkte, dafür aber einen Schwerverletzten im Gepäck: Die Tour der Handballer des VfS Warstein in der Bezirksliga zur Viertvertretung des VfL Eintracht Hagen kann unter dem Titel "ein Tag zum Vergessen" notiert werden. Sechs Minuten vor Spielende in der Sporthalle Mittelstadt - beim Stande von 16:18 aus Warsteiner Sicht - kugelte sich  Philip Schröder nämlich die linke Schulter aus. Ausgerechnet Schröder, mögen jetzt viele denken, denn der Rückraumschütze pausierte kürzlich wochenlang wegen einer gebrochenen Mittelhand und feierte erst am zurückliegenden Spieltag, beim Heimsieg gegen Wickede, sein Comeback. "Wir alle stehen unter Schock", sagte Trainer Dominik Baack nach der 16:21-Niederlage, die auch für die mitgereisten Warsteiner Fans "zur absoluten Nebensache" wurde.

 

Handball, Bezirksliga Südwestfalen Herren: VfL Eintracht Hagen IV-VfS 59 Warstein 21:16 (9:8) Philip Schröder wurde direkt nach der Aktion mit dem Krankenwagen in ein nahegelegenes Hospital - in Begleitung vom VfS-Vorsitzenden Ulrich Becker - gebracht. Für Schröder dürfte die Saison damit vorzeitig beendet sein. Bis zum Schröder-Aus waren die Warsteiner eigentlich gut im Rennen, führten im Laufe der zweiten Halbzeit sogar mehrmals mit einem Tor. Doch ins Ziel brachten sie die Führung nicht, auch weil im Angriff wenig bis gar nichts zusammen lief. "Vorne war einfach der Wurm drin heute", versuchte Trainer Dominik Baack trotz der Schröder-Verletzung nach dem Spiel einigermaßen wieder zur (sportlichen) Tagesordnung überzugehen. Doch dem Soester fiel dies, wie allen Beteiligten, sichtlich schwer.

 

Schon in den ersten 30 Minuten offenbarte seine Mannschaft etliche Defizite - nicht nur in der Chancenverwertung, sondern allgemein im Spiel nach vorne. Zwar konnten sich die Gäste zu Beginn auf die Wurfkraft eines Lars Schmidt verlassen, doch andere Akteure hatten dafür das Pech an den Stiefeln kleben. Florian Hoeck beispielsweise scheiterte zweimal von der Linksaußen-Position am gut reagierenden Hagener Torwart - Trainer Dominik Baack brachte dann nach nicht einmal 20 Minuten Constantin Pieper auf dieser Position. Etwas mehr Zielstrebigkeit, auch durch die Einwechslung von Philip Schröder, kam dann zwar ins Warsteiner Spiel, doch richtig an Elan mangelte es der Baack-Sieben auch weiterhin. Und das vor den Augen des in Zivil auf der Tribüne sitzenden Lars Schorlemer, der gerade im Angriff der Warsteiner Mannschaft an diesem Tag gut zu Gesicht gestanden hätte.

 

Immerhin gelang es den Gästen, defensiv recht ordentlich zu stehen, was unter anderem dazu führte, dass man Keeper Niklas Schmidt über weite Strecke eine gute Leistung attestieren durfte. Schmidt war es dank seiner Paraden auch zu verdanken, dass der VfS aus einem Zwei-Tore-Rückstand (11:13/38.) irgendwann eine Ein-Tore-Führung machte. Marius Heppe traf nach Zuspiel aus dem Rückraum vom Kreis zum 16:15 für Warstein. Es sollte der letzte Treffer der Gäste in der Schlussviertelstunde bleiben - gerade auch, weil man mit den Gedanken nach der Schröder-Verletzung irgendwo anders war, aber nicht mehr beim Spiel. Beispiel: Aaron Wiley, sonst eigentlich sicherer Siebenmeterschütze, scheiterte in dieser Phase fast schon kläglich vom Punkt am eingewechselten Daniel D'Agata. So war es für die Hagener nun mehr oder weniger ein Leichtes, die beiden Zähler einzufahren. Den Schlusspunkt zum 21:16 setzte der A-Jugendliche Igor Panisic 15 Sekunden vor dem Ende. Ein abschließender Wiley-Wurf blieb in der nun vielbeinigen Hagener Deckung hängen.

 

Der VfS muss sich nach dieser durchaus unnötigen Niederlage nicht nur Sorgen um den Gesundheitszustand eines Leistungsträgers machen, sondern hat vor den drei Hammer-Spielen gegen Attendorn-Ennest, in Arnsberg und gegen Tabellenführer Herdecke/Ende auch immer noch das Abstiegsgespenst im Nacken sitzen. Keine allzu rosigen Aussichten für die kommenden Wochen sind das...

 

VfL Eintracht Hagen IV: P. Kappe, D'Agata; Wilhelm, Weirich (2), Franz (2), Hedtfeld (5), Grebe (1), D. Kappe (2), Biermann, Kohlmann, Keim, Grunenberg (4), Panisic (5).

 

VfS 59 Warstein: Niklas Schmidt (1.-60.), Hilwerling (n.e.); J. Schmidt, L. Schmidt (5), Mies, Kraus, Heppe (1), Hau, Hoeck, Pieper (2), Wiley (4/1), Schröder (4).

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